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Krefeld
Absturzopfer werden morgen beerdigt

Krefeld: Absturzopfer werden morgen beerdigt
Die St. Stephanus-Pfarrkirche ist morgen zum zweiten Mal Ort für einen Trauergottesdienst für Stefan und Barbara Meyer: Diesmal werden die aus Frankreich überführten Urnen anschließend auf dem neuen Friedhof beigesetzt. FOTO: TH
Krefeld. Der Krefelder Stefan Meyer und seine Frau Barbara finden morgen im benachbarten Meerbusch ihre letzte Ruhestätte. Die Trauerfeier beginnt um 10 Uhr in der St.Stephanus-Pfarrkirche in Lank-Latum. Von Norbert Stirken

Morgen früh beginnt in der Pfarrkirche St. Stephanus im benachbarten Meerbusch-Lank die Trauerfeier für das Ehepaar Barbara und Stefan Meyer, die beim Absturz des Germanwings-Flugs 4U 9525 im März in Südfrankreich ums Leben gekommen sind. Die Urnen des gebürtigen Krefelders Stefan Meyer und dessen Frau Barbara werden nach der um 10 Uhr beginnenden Trauerfeier auf dem neuen Friedhof an der Nierster Straße 75 direkt gegenüber dem Sportplatz in Lank beigesetzt.

Sport - speziell Fußball - spielte im Leben von Stefan Meyer eine große Rolle. Der 44-jährige fiel schon zu Jugendzeiten durch sein Talent auf, wurde für die Auswahlmannschaft des Fußballkreises Kempen-Krefeld gesichtet. Später schnürte er unter anderem für den Tus Gellep und den Hülser SV seine Schuhe. Der schussgewaltige Stürmer zeichnete sich durch seine kameradschaftliche Einstellung aus.

Später zog er nach Meerbusch, wo er mit seiner Frau Barbara (40) und seinen beiden Söhnen lebte. Im ASV Lank hatte die Familie eine neue Heimat gefunden, engagierte sich ehrenamtlich in der Fußballabteilung. "Für uns alle unfassbar sind die beiden bei der Flugzeugkatastrophe am 24. März in den französischen Alpen gestorben", sagt Renate Baumann, Vize-Vorsitzende des ASV Lank. Jetzt möchte der Verein für das ehrenamtliche Engagement des Ehepaares etwas zurückgeben. Denn Barbara und Stefan Meyer hinterließen zwei minderjährige Söhne. "Unser Verein möchte einen Teil zur Ausbildung der hinterbliebenen Kinder beisteuern", erklärt Baumann.

Ende März waren bereits Hunderte Meerbuscher und Krefelder zu einem ersten Trauergottesdienst in die St.-Stephanus-Pfarrkirche gekommen, um ihr Mitgefühl und ihre Anteilnahme auszudrücken. Die Stadt legte in ihrem Verwaltungsgebäude ein Kondolenzbuch aus, in dem sich viele Menschen eingetragen haben.

Den Absturz der Maschine auf dem Weg von Düsseldorf nach Barcelona soll der Co-Pilot in suizidaler Absicht herbeigeführt haben. Den Ermittlungen zufolge hat er die Abwesenheit des Piloten dazu genutzt, um sich im Cockpit einzuschließen, den Sinkflug einzuleiten und die Geschwindigkeit mehrfach zu erhöhen. Bei dem Absturz in einem schwer zugänglichen Berggebiet wenige Kilometer entfernt von den kleinen Gemeinden Le Vernet und Prads-Haute-Bléone im Südosten Frankreichs starben 150 Menschen.

Die Urnen von Stefan und Barbara Meyer (geborene Baum) gehörten mit zu den letzten, die vom Absturzort aus in die Heimatgemeinden der Opfer überführt worden sind. Morgen begleiten die Familie und viele Freunde, Bekannte und Mitfühlende das sympathische Paar zur letzten Ruhestätte. "Wir sind mit den Opfern verbunden, deren Leben in den französischen Alpen so plötzlich endete", hatte Pfarrer Norbert Viertel von der katholischen Pfarrgemeinde Hildegundis von Meer im März gesagt. Die Verbundenheit mit dem Paar in Krefeld und Meerbusch bleibt bestehen und drückt sich unter besonders durch die Fürsorge für die beiden Kinder aus.

Quelle: RP
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