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Krefeld
Ärger um Versickerungswasser im Krefelder Westen

Krefeld. Politiker kritisieren in der Bezirksvertretung eine Rundum-Abfuhr seitens der Verwaltung.

Als "Unverschämtheit" bezeichnete Hans-Josef Ruhland, CDU-Sprecher in der jüngsten Sitzung der Bezirksvertretung West, die Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage des Gremiums bezüglich Problemen mit Versickerung von Regenwasser.

Gleich an mehreren Stellen im Westbezirk gibt es immer wieder Probleme mit Regenwasser, das nicht versickert. Vertreter von CDU, SPD und Grünen hatten eine Liste von betroffenen Stellen an die Verwaltung gegeben, um prüfen zu lassen, wie Abhilfe geschaffen werden könnte. Bemängelt wurde die Situation an der Gatherhofstraße im Bereich Ibelskathweg, in der Siedlung Lindental, an der Forstwaldstraße in Höhe der Haltestelle Randstraße und an der Alten Gladbacher Straße, konkret dem Tunnel zwischen Friedhof und Kleingartengelände.

Die Verwaltung sieht beim Thema jedoch keinen Handlungsspielraum. An der Forstwaldstraße könne man keine Verkehrsgefährdung erkennen. Die Bereiche Gatherhof und Alte Gladbacher Straße würden über Sickerschächte, bzw. eine Sickersenke entwässert. Beide seien sehr alt, daher dauere das Versickern des Oberflächenwassers sehr lange, finde an der Alte Gladbacher Straße sogar "kaum statt". Eine Erneuerung der Sickerschächte Gatherhof sei "aus Umweltgründen" nicht möglich. An der Alten Gladbacher Straße sei ein Kanalanschluss nicht möglich, weil kein Kanal in der Nähe sei, große Wasseransammlungen müssten abgesaugt werden. In Lindental solle eigentlich über die Bankettflächen versickert werden, diese seien aber wegen ständigen Befahrens so stark verdichtet, dass auch hier keine Abhilfe möglich sei.

Mit dieser Rundum-Abfuhr wollen sich die Bezirksvertreter jedoch nicht abfinden. Ruhland machte deutlich: "Die lapidare Antwort 'Das ist nun mal so, da kann man nichts machen' ist letztlich eine Unverschämtheit. Wenn wir diese Stellungnahme ernst nehmen, bedeutet das, dass wir in der Praxis von der Oberflächenversickerung abgehen. Mit der Antwort 'irgendwann wird es schon verdampfen' können wir uns nicht zufriedengeben." Ein Mitglied des Gremiums warf zur allgemeinen Erheiterung ein, er habe sich schon ein Paddelboot gekauft. Ruhland wies auch auf die Verkehrssicherungspflicht hin, die er gefährdet sieht. "Es kann nicht sein, dass sie so in Frage gestellt wird, und wir gebeten werden, das stillschweigend zu akzeptieren."

Axel Heimendahl (Grüne) ergänzte, es sei inakzeptabel, vom Bürger zu erwarten, er müsse dauerhaft mit Wasserstraßen leben. "Es gibt bestimmt technische Lösungen, die aus den Problemstellen wieder normal nutzbare Straßen machen."

Die Verwaltung soll nun in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung West Stellung beziehen.

(cpu)
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