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Krefeld
Ärztin erforscht exotische Vögel

Krefeld: Ärztin erforscht exotische Vögel
Anna Grewer hat gerade ihr Tiermedizin-Studium in München abgeschlossen und forscht jetzt im Zoo Krefeld. FOTO: samla.de
Krefeld. Die junge Tierärztin Anna Grewer arbeitet im Zoo an ihrer Doktorarbeit über exotische Vögel zum Thema: Wie viel UV-Licht brauchen Vögel für eine optimale Haltung? Von Bianca Treffer

Wenn Anna Grewer über ihre Arbeit als Tierärztin im Krefelder Zoo berichtet, dann strahlen ihre Augen. Die Begeisterung über die Arbeit mit den unterschiedlichsten Tieren ist ihr förmlich anzusehen. Seit dem 1. Mai gehört die gebürtige Gladbeckerin zum Zooteam. Ihr Arbeitsort ist aber noch viel mehr für sie, denn sie schreibt hier gleichzeitig an ihrer Dissertation.

"Ich habe eine halbe Stelle als Tiermedizinerin, bei der ich die Zooveterinärin unterstütze, und eine halbe Stelle für meine Doktorarbeit", sagt die 25-Jährige. Der Zoo renoviert derzeit das Vogelhaus und hat sich eine wissenschaftliche Begleitung für diesen Umbau gewünscht. Entsprechend wurde eine geteilte Stelle für einen interessierten Tiermediziner ausgeschrieben.

Für Grewer, die gerade frisch ihr Tiermedizin-Studium in München abgeschlossen hat und auf der Suche nach einer ersten Stelle war, kam die Kombination von Arbeit und Doktorarbeit mehr als nur gelegen, denn sie hat ein Faible für exotische Vögel. Im Krefelder Vogelhaus leben über 50 verschiedene Arten, wobei die Tiere aber aktuell vor der Brutsaison aufgrund der Renovierung zur Außenstelle des Zoos, den Hausenhof, umquartiert worden sind.

"Es sind so viele Arten, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt, sondern nur von Büchern oder Fernsehen her kennt. Hier kann ich sie live erleben", schwärmt Grewer von der Vielfalt der Vögel, die im Zoo daheim sind. Die farbenfrohe Prachtfruchttaube ist dabei ihr absoluter Liebling. Aber auch der Elfenblauvogel, der Rotstirn-Jassanas und der Schwarzkehl-Arassaris lassen ihr Herz höher schlagen.

Im Rahmen ihrer Dissertation begleitet sie die Renovierung des Vogelhauses wissenschaftlich. Der größte Aspekt ist dabei das UV-Licht. "Wie viel UV-Licht brauchen Vögel für eine optimale Haltung, die der in der freien Wildbahn entspricht. Was erreichen wir durch die speziellen Scheiben des Vogelhauses, wo benötigen wir Unterstützung durch spezielle UV-Lampen. Das Thema ist sehr komplex. In Sachen neues Lichtkonzept werden wir in Krefeld die Haltung der Tiere optimieren", erläutert Grewer. Sie begleitet den gesamten Umbau und sammelt die entsprechenden Daten.

Weitere Themen ihrer Doktorarbeit sind die Gesundheit und die Ernährung der Tiere. Die Mineralstoff- und Futterversorgung, die Parasitologie, Fressverhalten, die Brut, das Verhalten der Vögel an sich - Grewer verbringt sehr viel Zeit mit den Vögeln. Zwei bis drei Jahre, so schätzt die junge Frau, wird sie an ihrer Dissertation arbeiten. Ende des Jahres muss sie aber nicht mehr zwischen Zoo und Außenstelle pendeln, denn bis dahin soll die Renovierung des Vogelhauses abgeschlossen sein. Zoobesucher werden dann dort des Öfteren die junge blonde Frau mit dem sympathischen Lächeln treffen.

Quelle: RP
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