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Krefeld
Aktion "Zu Gast" bringt Christen an einen Tisch

Krefeld: Aktion "Zu Gast" bringt Christen an einen Tisch
Philip Boesader (l.) deckte mit Felix Puschner den Tisch in der Feuerwache in Fischeln. Vorn: Kaplan Marc Kubella und Gemeindereferentin Anne Hermanns-Dentges FOTO: .
Krefeld. In Königshof und Fischeln haben Gäste und Gastgeber bei einem Drei-Gänge-Menü neue Mitbürger und die eigene Pfarrgemeinde besser kennengelernt. Jeder Gang wurde in einer anderen Wohnung gegessen. Tim Wohlkämper hat uns dazu folgenden Bericht geschickt.

Schnell noch den Tisch gedeckt und den Lauchkuchen in den Ofen geschoben, dann klingelt es auch schon an der Tür. Punkt 18 Uhr, Robert Förster öffnet den vier unbekannten Gästen die Wohnungstür in Königshof. Alle begrüßen sich freudig, schließlich werden sie die nächsten Stunden gemeinsam verbringen.

Philip Hagedorn aus Fischeln nimmt zum zweiten Mal mit seinem Kumpel Thomas Biel an der Aktion "Zu Gast" teil. Er findet die Idee seiner Pfarrgemeinde klasse. "Wer Lust hat, neue Menschen aus seiner Umgebung kennenzulernen, hat hier die beste Gelegenheit dazu." Um Zeit für seine Gäste zu haben, unterstützt ihn Anni Grimme.

Immer zwei Personen haben sich zur Aktion "Zu Gast" angemeldet. Jedes Team kocht zusammen einen Gang des Menüs. Bei den anderen beiden Gängen ist dieses Team wiederum zu Gast bei (noch) Unbekannten. In jeder Küche treffen sich so immer sechs Personen — zwei, die kochen und vier, die zu Gast sind. Nach jedem Gang trennen sich die Grüppchen wieder, und jeder zieht weiter zum nächsten Essensgang. Am Ende des Abends gibt es dann ein großes Wiedersehen bei einem gemeinsamen Nachgebet in der Herz-Jesu-Kirche.

Ganz neue Erfahrungen: am schön gedeckten Tisch mit bisher Unbekannten Gemeinschaft erleben. FOTO: Petra Grüttner

Bei "Zu Gast" kann man in lockerer Atmosphäre zwölf neue Menschen kennenlernen und so Gemeinde und Kirche einmal anders erleben. "Das ist", so Gemeindereferentin Anne Hermanns-Dentges, "eines der Ziele, die die Macher von ,Kirche im neuen Format' verfolgen."

"Der Abend verging wie im Fluge", staunt Kristina Bongartz, die zum ersten Mal an dieser Veranstaltung mit ihrer Mutter teilnahm. "Für mich steht schon jetzt fest: "Beim nächsten Mal bin ich wieder dabei. Ich hatte am Anfang etwas Bedenken, einfach so in wildfremde Wohnungen zu gehen. Ich habe es nicht bereut - es war spannend, sehr interessant, und wir haben viel gelacht."

"Ich habe mir das sehr kompliziert vorgestellt", sagt Felix Puschner von der Freiwilligen Feuerwehr Fischeln, "aber mit meinen Kollegen haben wir in unserem Gerätehaus stilecht zwischen Feuerwehrautos und Einsatzwerkzeugen ein Essen mit Feuer und Flamme angerichtet". So wurden von den Feuerwehrmännern als Vorspeise eine feuerrote Tomatensuppe, als Hauptspeise flambiertes Geschnetzeltes und zum Dessert Crème brulée gereicht. Ellen Rupperich mit ihrer Arbeitskollegin Julia Stutzer waren begeistert von dem Ambiente und den stimmigen Köstlichkeiten der freiwilligen Fischelner Wehrleute.

"Die Vorspeise war sehr witzig, der Hauptgang wurde wild diskutiert - und das Dessert stimmte erstaunlich nachdenklich", resümierte Marcel Ross aus Stahldorf, der gemeinsam mit seiner Freundin Jenny Schleier an diesem Abend teilnahm. "Es waren drei ganz tolle Runden."

Eingeladen waren Junge und Junggebliebene, Neuzugezogene und interessierte Menschen, die Kirche einmal anders erleben wollten. "Wir möchten diesen Menschen eine Gelegenheit geben, einen neuen Zugang zu ihrer Gemeinde und zum Glauben zu bekommen", berichtet Kaplan Marc Kubella aus der Pfarrgemeinde Maria Frieden. Doch das Konzept der kooperierenden Gemeinden Maria Frieden und Heilig Geist kommt so gut an, dass es allein über Mund-zu-Mund-Propaganda seine Kreise zieht.

Die nächste Aktion von "Kirche im neuen Format" ist schon fest geplant: Am Mittwoch, 16. November, findet um 20 Uhr ein Gottesdienst in St. Bonifatius in Stahldorf unter dem Thema "Kirche ist kein Hokuspokus" statt. Hierzu ist eingeladen der Mentalist Klaus Lüpertz, untermalt mit Live-Musik und ansprechenden modernen Texten, die Mut machen sollen und zum Weiterdenken einladen.

Quelle: RP
 
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