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Problem mit Ausbildung in Krefeld
Alleinerziehende fürchtet um letzte Chance
Problem mit Ausbildung in Krefeld: Alleinerziehende fürchtet um letzte Chance
Saloumeh Holz ist 29 Jahre alt und muss bis zum 1. April eine Betreuung in den Tagesrandzeiten für ihre beiden Söhne organisieren. Das Problem für die junge Frau ist, dass sie eine Ausbildungsstelle im Schichtdienst bei den Helios-Kliniken beginnt. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Die 29-jährige alleinerziehende Saloumeh Holz hat einen Ausbildungsvertrag fürs Helios-Klinikum unterzeichnet. Wenn sie keine Betreuung für ihre beiden Söhne außerhalb der Kernzeiten findet, muss sie ihre berufliche Chance sausen lassen. Von Norbert Stirken

Saloumeh Holz sollte glücklich sein, ist aber der Verzweiflung nahe. Endlich hat sie einen Ausbildungsvertrag für ihren Wunschberuf als Gesundheits- und Krankenpflegerin unterzeichnen können. Das Helios-Klinikum hat der 29-jährigen Mutter zweier Kinder im Alter von drei und sieben Jahren die "letzte Chance" geboten, einen qualifizierten Beruf zu erlernen und zukünftig auf staatliche Hilfe zum Lebenserhalt verzichten zu können. "Wann, wenn nicht jetzt, sollte ich meine Chance beim Schopf packen", fragt die sympathische junge Frau. Mit "fast 30 und schlechten Schulnoten am Gymnasium" ist die weitere Perspektive für die geschiedene Mutter überschaubar.

Die Ursache für ihren Pessimismus liegt darin, dass sie für die Betreuung ihrer zwei Kinder keine Hilfe außerhalb der Kernzeiten findet. Zwar besucht Lennox (3) den Kindergarten Arndtstraße und Patrice (7) die Edith-Stein-Grundschule in Uerdingen, aber Saloumeh Holz muss während ihrer Ausbildung im Helios ab dem 1. April auch im Schichtdienst arbeiten. "Wer kümmert sich früh morgens oder spät abends um die beiden", fragt die Alleinerziehende. Sie habe beim Jugendamt vorgesprochen, aber von dort bislang kaum Unterstützung erfahren und bis heute auch keinen Ausweg aus ihrem Dilemma aufgezeigt bekommen. Stattdessen habe sie sich kritischen Fragen über ihren Ausbildungsweg im Schichtdienst stellen müssen.

Saloumeh Holz, deren Mutter in den Niederlanden lebt und deren Vater in Geldern wohnt, ergriff Eigeninitiative. Sie postete ihr Problem bei Facebook, besuchte Foren im Internet, platzierte Aushänge im Kindergarten und in der Schule ihrer Kinder. Darüber hinaus suchte sie den Kinderschutzbund und auch die Gleichstellungsstelle der Stadt Krefeld auf. "Mein Netzwerk Familie funktioniert bei mir nicht", sagt sie, also habe sie versucht, andere Lösungen zu finden. Doch die scheitern bislang entweder am fehlenden Geld oder an der Bürokratie oder an mangelnder Unterstützung durch die Behörden. Eine private Pflegemutter verlange zum Beispiel zwischen 15 und 25 Euro pro Stunde. "Das kann ich nicht bezahlen", sagt sie. Der Hoffnungsschimmer war für die junge Frau, als sich eine gelernte Kinderpflegerin, die ihr habe helfen wollen, bei ihr meldete. Diese Kraft werde aber vom Jugendamt nicht finanziert, weil ihr die Pflegeerlaubnis fehle, informiert die 29-Jährige.

"Der Countdown läuft", sagt Saloumeh Holz. Sie hat nur noch wenige Wochen bis zum Beginn ihrer Ausbildung. Wenn bis dahin keine Lösung für die Betreuung von Lennox und Patrice gefunden sei, zerplatze ihr Traum wie eine Seifenblase, befürchtet die angehende Auszubildende am Helios-Klinikum.

"Wer kann mir helfen", fragt sie öffentlich. Wer hat oder kennt eine Lösung für ihr Problem? Die Alleinerziehende ist mobil unter der Rufnummer 0170-8403223 zu erreichen.

Quelle: RP/top
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