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Krefeld
Allianz der Bürgervereine gegen Südanbindung

Krefeld. Bürger aus Meerbusch und Krefeld verbünden sich gegen die Südanbindung des Krefelder Hafens. Von Sebastian Peters

Der Widerstand gegen den Ausbau des Krefelder Hafens auf Meerbuscher Gebiet und gegen eine neue Hafen-Anbindung durch das Meerbuscher Naturschutzgebiet Buersbach formiert sich. Neun Bürgervereine und Verbände aus Krefeld und Meerbusch haben sich jetzt getroffen, um gemeinsam ihr Vorgehen gegen die geplante Südanbindung des Krefelder Hafens und eine mögliche Hafenerweiterung in Richtung Meerbusch abzustimmen. Die Initiativen würden gemeinsam die Interessen von Tausenden Bürgern im Krefelder Süden und Meerbuscher Norden vertreten, betonte gestern Franz-Josef Jürgens als einer der Sprecher des Bündnisses.

Zum Hintergrund: Am 23. Juni 2016 will der Regionalrat über den neuen Regionalplan abstimmen. In diesen könnte erstmals textlich aufgenommen werden, dass der Krefelder Hafen sich potenziell in Richtung Süden nach Meerbusch erweitern kann. Wie der Krefelder SPD-Vertreter im Regionalrat, Jürgen Hengst, gestern auf Anfrage mitteilte, seien sich CDU, SPD und FDP im Regionalrat einig, dass im Plan eine Erweiterung des Krefelder Hafens in Richtung Süden festgeschrieben werden sollte. Folglich sei auch eine Südanbindung des Hafens nötig. "Ich halte es für falsch, eine solche Möglichkeit auf Dauer auszuschließen", sagte Hengst. Es sei keine Planung für den Zeitraum der nächsten fünf Jahre, sondern eine Perspektive für die fernere Zukunft. Und: "Die letzte Entscheidung liegt bei der Stadt Meerbusch", betonte Hengst. Es seien keine Krefelder Interessen, die hier umgesetzt würden; es sei Wunsch des Landes, das den "Modal Split", also die Verteilung der Verkehre auf Wasser, Schiene und Straße, fördern wolle. Auffällig: In der gestern veröffentlichten Mitteilung des neuen Bürgervereins-Bündnisses bringen die Initiativen gemeinsam zwar zum Ausdruck, dass eine Nordanbindung des Hafens gefordert wird. Die schon jetzt vorhandene Anbindung an der Uerdinger Floßstraße solle demnach ausgebaut werden, damit alle Verkehre des Krefelder Hafens über die Nordanbindung abgewickelt werden können. "Da sind wir bei, dafür haben wir gerade einen Bebauungsplan aufgestellt", erklärt Jürgen Hengst. In einem Punkt gibt es aber offensichtlich weiter einen Dissens zwischen den Initiativen: Während einige Meerbuscher schon vorgeschlagen haben, dass der Krefelder Hafen über eine Südanbindung auf Krefelder Gebiet erschlossen wird, lehnen dies der Bürgerverein Gellep-Stratum und die beiden Naturschutzverbände ab.

Auch die Sorgen der Bürger in Nierst und Lank bezüglich eines weiteren Ausbaus des Krefelder Hafens in Richtung Süden werden von der Initiative aufgenommen: "Eine Erweiterung des Hafengebietes in Richtung Nierst und Lank lehnen die Bürgervereinigungen ab", teilte gestern Franz-Josef Jürgens, CDU-Ratsherr in Lank, Sprecher der Arbeitsgruppe Lank in der Meerbuscher CDU und Vertreter der Initiative Bümeno, mit.

Er betonte am Rande auch, dass von einer Südanbindung des Krefelder Hafens weit mehr Stadtteile betroffen wären als bisher angenommen. So würde ein Autobahnanschluss an der Geismühle Folgen für Strümp haben, weil die Lkw durch Strümp in Richtung Autobahnauffahrt fahren könnten. Man wolle Widerstand gegen die Pläne Krefelds und des Landrates Hans-Jürgen Petrauschke als Vertreter des Rhein-Kreises Neuss und Vorsitzender des Regionalrates organisieren, beschloss die Runde.

Quelle: RP
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