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Krefeld
Als Kind in Afrika - heute Rektorin

Krefeld: Als Kind in Afrika - heute Rektorin
Teamorientiert und durchsetzungsstark: Die neue Rektorin der Uerdinger Heinrichsschule im Unterrichtsraum, einem ihrer vielen Einsatzorte. FOTO: L. Strücken
Krefeld. In den zweieinhalb Jahren ihrer kommissarischen Schulleitung hat Kirsten Wirtz der Uerdinger Heinrichsschule bei den Eltern hohe Achtung erworben. Gestern wurde die engagierte Pädagogin offiziell in die Leitung der Schule eingeführt. Von Otmar Sprothen

Zahlreiche Eltern und Vertreter der Krefelder Schulverwaltung waren gekommen, als Kirsten Wirtz als Leiterin der Heinrichsschule in der Körnerstraße in Uerdingen in einem kleinen Festakt in ihr Amt eingeführt wurde. Oberbürgermeister Meyer, für den dies die erste Amtseinführung einer Schulleitung seit seinem Amtsantritt war, charakterisierte die Grundschulrektorin Wirtz mit einem eigenen Erlebnis. Sie habe ein abgesprochenes Telefonat mit seinem Amt zurückgestellt und erst eine Schülerin getröstet, die über den Tod ihres Haustiers nicht hinweggekommen sei. Wirtz stünde mit beiden Beinen fest auf dem Boden der Wirklichkeit. Sie habe einen Führungsstil wie man ihn bei der Bundeskanzlerin beobachte. Daher fiele in Zusammenhang mit der Leitung der Schule öfter der Name "Mutti". Wirtz sei an Teamstrukturen interessiert, in denen auch die Eltern eine feste Größe seien.

Der Vater der neuen Schulleiterin war Lufthansapilot, ein Beruf, der seiner Familie viele Umzüge zumutete, Kirsten Wirtz aber frühzeitig lernen ließ, mit unerwarteten Situationen fertig zu werden. Diese Eigenschaft kam ihr bei Aufenthalten in Äthiopien und Afghanistan zu Hilfe. "Mit diesen Erfahrungen tun sie dieser Schule in der heutigen situation gut", lobte der OB, der nicht vergaß, im noch nicht völlig verkrefelderten Uerdingen auf die blau-roten Farben seiner Krawatte zu verweisen.

Schulamtsdirektorin Erika Dercks-Dückmann stellte die Situation in den Vordergrund, in der Wirtz die Leitung der Heinrichsschule übernahm. "Damals übernahmen sie ein mächtiges Erbe", erinnerte sie. Die Schule war nach dem Fortgang der Konrektorin über ein Jahr von zwei Lehrkräften geleitet worden. Dann ordnete Dercks-Dückmann im Februar 2012 Kirsten Wirtz an die Heinrichsschule ab in der Hoffnung, dass diese nicht ablehnen würde, wenn sie mit der kommissarischen Leitung beauftragt würde. Die Schulamtsdirektorin beschrieb Wirtz als ausbalancierte Persönlichkeit, die den vielen Veränderungen des Lehrerberufes in der heutigen Zeit gewachsen sei, denn sie habe sich ihre Leitungsposition erkämpfen müssen.

Auch die frühere Krefelder Bürgermeisterin Jutta Pilat (FDP) begrüßte Kirsten Wirtz in ihrem neuen Amt. Sie hatte Wirtz kennengelernt, als diese ihren Dienst an der Heinrichsschule angetreten hatte. Spontan hatte sie angeboten, Wirtz beim Überwinden der Anfangsschwierigkeiten zu helfen. Dies war der Beginn einer Freundschaft. Offenheit, Freundlichkeit und Ansprechbarkeit waren die Merkmale, mit denen Schulpflegschaftsvorsitzender Ersin Emetli in launigen Worten die neue alte Schulleiterin schilderte. Er versprach, dass die Eltern auch weiterhin uneingeschränkt hinter ihr stehen würden."Sie ist eine starke Persönlichkeit. Wenn sie von einer Sache überzeugt ist, setzt sie sich durch", sagte Emetli.

Von einem "starken Team" sprach Susanne Lohmann als Vertreterin des 12-köpfigen Lehrerkollegiums, das einen optimistischen Blick in die Zukunft gestatte.

Lehrkräfte seien heute nicht allein Vermittler von Wissen. Sie seien daneben Psychologen, Juristen, Mediatoren, Familienberater. Eine Schule könne heute nur dann funktionieren, wenn sie gut vernetzt sei. Sie sei dankbar, vor dem Lehramtsstudium ein paar Semester Betriebswirtschaftslehrer studiert zu haben. Eine prägende Zeit sei auch ihr Referendariat in Dortmund gewesen. "Wir verspüren in den Klassenzimmern gesellschaftliche Veränderungen überdeutlich. Dies müssen wir meistern. Aber wir sind auch Zukunftswerkstatt, denn wir arbeiten am Rohstoff der Zukunft der Gesellschaft," beschrieb sie die Motivation für ihre Aufgabe.

Das Rahmenprogramm, mit dem Lehrkräfte und Eltern die Feierstunde umgaben, zeigte, dass in der Heinrichsschule musikalische Früherziehung einen hohen Stellenwert genießt. Neben einigen kleinen Flötenstücken, einem barocken Instrumentaltrio und einem rhythmischen Gesang "Ich bin anders" fand ein von schnellem rhythmischem Trommeln begleiteter "Casatschok" begeisterten Beifall der Zuhörer, den die Klassen 3a und 4a einstudiert hatte.

Quelle: RP
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