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Krefeld
Alt-Katholische Kirchengemeinde

Krefeld. Protest gegen den Papst war Anlass für diese Kirchengründung.

Die Alt-Katholischen Kirchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz entstanden aus Protest gegen die neuen Dogmen von der absoluten Regierungsgewalt des Papstes, die auf dem Ersten Vatikanischen Konzil von 1870 verkündet wurden. Diejenigen römisch-katholischen Christen, die die neuen Dogmen ablehnten, wurden exkommuniziert, darunter auch mehr als 300 Katholiken aus Krefeld. Diese Krefelder schlossen sich zur Alt-Katholischen Gemeinde zusammen und feierten ihren ersten Gottesdienst am 1. November 1872 in der Mennonitenkirche, weil ihnen kein katholisches Gotteshaus zur Verfügung stand. Staatlich anerkannt wurde die Gemeinde erst 1874, und bis zum Jahr 1894 erbaute sie dann eine eigene Kirche.

Bibel und Tradition gelten bei den Alt-Katholiken als Grundlage und Richtschnur des Glaubens. Dazu zählt unter anderem der Glaube an die Dreifaltigkeit. Als im Widerspruch zur Lehre der alten Kirche stehend werden beispielsweise die Lehrsätze der Unfehlbarkeit des Papstes in Fragen des Glaubens und der Moral und die Universaljurisdiktion des Papstes über die Gesamtkirche abgelehnt. Gelehrt wird hingegen, dass dem Papst als Bischof von Rom und Patriarch des Abendlandes eine Ehrenstellung zukommt.

Für die Alt-Katholische Kirchengemeinde ist Krefeld bis zum heutigen Tag Oberzentrum des Niederrheins: In den Kreisen Viersen, Wesel und Kleve sowie den Städten Duisburg, Mönchengladbach und Krefeld leben fast 400 Gemeindemitglieder. In der Pfarrkirche Erscheinung Christi, Dreikönigenstraße 54, wird jeden Sonntag um 10 Uhr Eucharistie gefeiert. Freitagsgebete finden um 19 Uhr statt. Der amtierende Pfarrer ist Cornelius Schmidt.

(jus)
 
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