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Krefeld
Altes Pfarrhaus als Zufluchtsort

Krefeld: Altes Pfarrhaus als Zufluchtsort
Ulla Dietz ist die Vorsitzende vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), der jetzt das Refugium eröffnet hat. FOTO: Lammertz
Krefeld. Seine offizielle Eröffnung erfuhr jetzt das Refugium. Die Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge vom Sozialdienst katholischer Frauen ging im Dezember an den Start und ist voll belegt. Von Bianca Treffer

"Es ist gut angelaufen", dieses Fazit zieht Martina Jagnow. Die Heimleiterin des Refugiums strahlt dabei, denn dazu hat sie auch allen Grund. Die Wohngruppe für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die vor sieben Monaten in dem ehemaligen Pfarrhaus von St. Anna an den Start ging, ist nicht nur voll belegt, sondern wird auch von der Gemeinde gut aufgenommen.

Die Integration der geflüchteten Jugendlichen erfolgt auf mehreren Ebenen. Ob Pfadfinder, Messdiener, Chor oder weitere Jugendgruppen, sie alle integrieren die jungen Menschen. Dies hob nicht nur Jagnow in ihrer Begrüßungsrede hervor, sondern auch Ulla Dietz. Die Vorsitzende vom Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) dankte für die herzliche Aufnahme und die vielfältige Unterstützung. "Wir haben einen Zufluchtsort gesucht und gefunden. Das sagt schon unser Name, Refugium. Für uns war es ein Glückfall, als wir erfuhren, dass das ehemalige Pfarrhaus freigezogen werden sollte und wir es anmieten konnten", erinnerte Dietz an die Anfänge.

Als 2015 die Not der Flüchtlinge auch in Deutschland angekommen war, wollte der SkF in Krefeld so schnell wie möglich helfen. Nachdem der Standort feststand, dauerte es nur zwei Monate, um das Konzept und den Umbau folgen zu lassen. Es sei eine tolle logistische Leistung gewesen, für die sie allen Beteiligten nochmals Dank aussprechen wolle, betonte Dietz.

Vom ersten Moment an waren alle neun Plätze belegt, wobei sich die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge in einem Altersrahmen von 14 bis 18 Jahren bewegen. Acht besuchen die Schulen der Umgebung und ein Flüchtling startet im September mit einer Ausbildung in einem Mönchengladbacher Unternehmen. Im Refugium betreuen insgesamt 14 Mitarbeiter, von der sozialpädagogischen Fachkraft bis hin zum Dolmetscher, die Jugendlichen und das 24 Stunden am Tag. Bei der offiziellen Eröffnung brachten sich die jugendlichen Flüchtlinge mit ein. Sie hatten das Programm der kleinen Feier mitentwickelt, wobei die Einsegnung durch den geistlichen Beistand, Winfried Hilgers, im Mittelpunkt stand. Zu den zahlreichen Gästen zählte auch Jutta Billen, Lehrerin am Maria-Sibylla-Merian-Gymnasium in Krefeld, das zwei der Flüchtlinge vom Refugium besuchen. "Ich wollte schon immer einmal hier vorbeikommen, um mir ein Bild zu machen, wie meine Schüler leben. Die Einweihung ist eine gute Gelegenheit", sagte Billen.

Für die Bewohner des Refugiums gab es indes noch zwei Überraschungen. Der Rotary-Club-Kempen-Krefeld überreichte eine Spende für die Freizeitgestaltung, und auch der SkF steuerte 500 Euro bei. Eine Unterstützung, die gut ankam, da die ganze Wohngruppe für einige Tage in ein Zeltlager nach Rheinland-Pfalz fahren möchte.

Quelle: RP
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