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Krefeld
Am Montag beginnt der Jazzherbst

Krefeld. Die zehnjährige Kooperation mit dem Krefelder Theater feiert der Jazzklub mit drei ausgewählten Konzerten im Glasfoyer. Highlight ist der Auftritt von David Virelles mit dem Programm "Mbókòo". Von Petra Diederichs

Sie sind nicht abergläubisch. Deshalb sehen Martina Heffels und Andreas Lessenich vom Krefelder Jazzklub noch ganz gelassen Richtung 16. November. Dann soll der afro-kubanische Pianist und Komponist David Virelles das Festival "Krefelder Jazzherbst" krönen. Zum zehnjährigen Bestehen der Kooperation mit dem Krefelder Theater veranstelt der Klub eine kleine Reihe "Jazz im Theaterfoyer" - drei Konzerte mit vier Formationen innerhalb von sieben Wochen.

"Seit vier Jahren wollen wir Virelles buchen, immer, wenn wir einen Termin gefunden haben, wurde die entsprechende Tour kurzfristig abgesagt", berichtet Lessenich - zuletzt zum "Festival an einem Sommerabend", wo kurzfristig Ersatz her musste. Diesmal, da ist Lessenich zuversichtlich, wird es klappen. Es ist die erste eigene Europa-Tournee des 31-jährigen Virelles, der inzwischen in New York lebt. Zuvor war er unterwegs mit Chris Potter und Tomasz Stanko. Zu seinen Vorbildern zählt er Johann Sebastian Bach, Thelonious Monk und John Parker. Und das will er mit seiner Musik zeigen, die er als Brückenschlag zwischen Tradition und Moderne versteht. Er ist ausgezeichnet mit dem ersten Oscar-Peterson-Prize und dem Grand Prix de Jazz des Montréal Jazz festival und wird seine CD "Mbókòo" vorstellen.

"Die Musiker schätzen die Atmosphäre im Theater-Glasfoyer", sagt Lessenich. Auch wegen der guten Akustik, in der sich viele Instrumente ohne Mikrofonverstärkung präsentieren lassen. Und das kommt auch beim Publikum an: "Wir haben viele Jazzfans inzwischen auch für das Theater gewonnen und umgekehrt", erzählt Heffels. 2005 hatten der damalige Vize-Intendant Christian Tombeil und Günter Holthoff vom Jazzklub die Idee, mit Konzerten aus dem Keller ins Theater zu ziehen. Heute ist "Jazz im Glasfoyer" die erfolgreichste Reihe außerhalb des Kellers. 35 Konzerte bot die Kooperation bisher - von Michael Moore über Charlie Mariano und Pablo Held bis zu Joshua Redman. Es gab Außergewöhnliches wie eine Live-Vertonung des Buster-Keaton-Stummfilms "Three Ages" und Wort-Musik-Experimente bei den Jazz-Poetry-Sessions. Dreimal ging es sogar auf die große Bühne - unter anderem mit Paul Kuhn (2010).

Der Jazzherbst startet am Montag, 5. Oktober, mit dem Emile Parisien Quartet. Die vier Franzosen überzeugen Publikum und Kritiker seit 2004 vor allem mit ihrer Spielleidenschaft. Ein Doppelkonzert steht am Freitag, 6. November, an: Angelika Niscier (Saxofon) eröffnet den Abend mit zwei neuen musikalischen Partnern: Simone Zanchini (Akkordeon) und Stefano Sassi (Bass). Die in Krefeld bestens bekannte Jazzerin will sich so mit neuen Seiten zeigen. Mit seiner ersten CD reist das Kölner Simon Seidl Trio an, das den zweiten Teil des Abend bestreiten wird.

Karten für alle Konzerte (je 15 bis 18 Euro, ermäßigt 10 und 12 Euro) an der Theaterkasse, Tel.02151 805125. Die Konzerte beginnen jeweils um 20 Uhr.

Quelle: RP
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