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Krefeld
Amazon eröffnet in Gellep sein erstes deutsches Sortierzentrum

Krefeld: Amazon eröffnet in Gellep sein erstes deutsches Sortierzentrum
Die ersten Pakete im neuen Sortierzentrum des Online-Versandhändlers Amazon in Gellep laufen schon seit Anfang des Jahres über das Band. Die Mitarbeiter sortieren diese nach dem jeweiligen Verteilungsgebiet. FOTO: Lammertz Thomas
Krefeld. Zu Beginn des Jahres hat Online-Versandhändler Amazon in Krefeld sein deutschandweit erstes Sortierzentrum in Betrieb genommen. Gestern wurde der Standort der Politik offiziell vorgestellt. Von Martin Heuchel

Die drei gemieteten Hallen des neuen Amazon Sortierzentrums im Industriegebiet des Krefelder Rheinhafens erstrecken sich über 24.500 Quadratmeter. Es ist das erste seiner Art von Amazon in Deutschland überhaupt, weitere vergleichbare Standorte gibt es in England und den USA.

Es ist eine wichtige Zwischenstation auf dem Weg, den die vielen Artikel auf ihrer Reise vom Hersteller zum Kunden einlegen. Es ist Teil der sogenannten "Middle Mile", die neben den Sortierzentren den Land- und Lufttransport umfasst. "In der Spitze werden täglich über 200.000 Pakete über das Band laufen. Über eine Millionen in den stärksten Wochen", so Andreas Marschner, Vizepräsident des EU Transportation Service bei Amazon.

Das Prinzip ist einfach: Logistikdienstleister wie Hermes oder DHL liefern die fertig verpackten Pakete zum Standort in Krefeld, wo diese nach Verteilungsgebiet sortiert werden. Anschließend bringen die Logistikunternehmen die Ware zu den jeweilige Verteilungszentren. Für die Lagerung ist der Standort nicht vorgesehen. Nach maximal zwölf Stunden geht für alle Pakete die Reise weiter.

Allein in Deutschland werden 25 Verteilungszentren von Krefeld beliefert, 53 weitere im europäischen Ausland, zum Beispiel in Frankreich, Belgien oder den Niederlanden. Insgesamt werden derzeit also 78 verschiedene Ziele von Krefeld aus angefahren, in der Weihnachtszeit - wenn das Geschäft des Versandhändlers Rekordhöhe erreicht - sollen sogar 170 Ziele angesteuert werden. Ein deutliches Zeichen für den Stellenwert, den das Krefelder Sortierungszentrum in Zukunft einnehmen soll - pünktlich zum 20-jährigen Bestehen, das Amazon 2018 in Deutschland feiert. Marschner spricht von einer "Ergänzung zu den Leistungen unserer Partner" im Versandhandel.

250 Mitarbeiter sind bereits seit Anfang des Jahres am Krefelder Standort beschäftigt, 100 weitere sollen im September folgen. Oberbürgermeister Frank Meyer lobt die Wirkung auf den Krefelder Arbeitsmarkt: "Hier werden auch Menschen eingestellt, denen es nicht immer leicht fällt, eine Arbeit zu finden." Es sei ihm weiterhin ein Anliegen, die freien Flächen im Industriegebiet am Hafen zu füllen - was in den letzten Jahren "hervorragend" funktioniert habe.

Wie an allen Standorten in Deutschland beziehen sämtliche Angestellte einen Stundenlohn von 10,79 Euro. Die Anstellung erfolgt über Zeitarbeitsfirmen mit befristeten Verträgen.

Für die Stadt Krefeld als Standort hätten vor allem logistische Vorteile gesprochen, wie Antje Kurz-Möller, Sprecherin von Amazon-Logistics, erläuterte: "Krefeld liegt im Mittelpunkt Europas und besitzt eine gute Verkehrsanbindung - auch zu den europäischen Nachbarländern." Entsprechend sei Krefeld hervorragend geeignet als zentraler Standort und biete zudem ein gutes Potenzial an Mitarbeitern.

Auch in Zukunft will Amazon seine Standorte in Deutschland - und gezielt in Nordrhein-Westfalen - erweitern. So soll bis Ende des Jahres ein neues Logistikzentrum in Dortmund entstehen. Auch Meyer setzt auf einen Ausbau des "Engagements" von Amazon in Krefeld. Kurz-Möller nannte NRW ein "Herzstück" im Bereich der Logistik des Online-Versandhändlers.

Quelle: RP
 
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