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Krefeld
Angeklagtes Trio forderte Lösegeld

Krefeld. Die Staatsanwältin wirft den Männern vor, einen Landsmann in einer Wohnung am Alexanderplatz eingesperrt, misshandelt und schließlich beraubt zu haben.

Drei Männer müssen sich seit gestern unter anderem wegen Freiheitsberaubung, erpresserischen Menschenraubes und gefährlicher Körperverletzung vor dem Krefelder Landgericht verantworten. Die Verhandlung begann mit Verzögerung, weil der vierte Angeklagte fehlte.

Noch vor Eintritt der Richter in den Saal gab es leichte Turbulenzen. Das mutmaßliche Opfer war als Nebenkläger schon im Raum und machte einige Bemerkungen in bulgarischer Sprache in Richtung der Anklagebank. Dass es keine freundlichen Worte waren, war schon am Ton zu hören. Mehrmals mussten Wachtmeister die Beteiligten zur Ruhe ermahnen. Die Verhandlung begann mit Verspätung, weil das Gericht auf den vierten Angeklagten wartete. Sein Verteidiger teilte mit, er habe den Jugendlichen telefonisch nicht erreichen können und sei kurz vor Prozessbeginn an dessen Wohnanschrift gewesen. Dort habe niemand geöffnet. Die Kammer trennte das Verfahren ab.

Die Staatsanwältin wirft dem Trio vor, einen Landsmann in einer Wohnung am Alexanderplatz über Stunden hinweg eingesperrt, misshandelt und schließlich beraubt zu haben. Der Mann sei von mehreren Tätern geschlagen worden und habe eine Platzwunde sowie mehrere Schürfwunden davongetragen. Dann habe das Opfer mit ihnen zur Bank gehen sollen, um Geld abzuheben. Es sei von Lösegeld gesprochen worden. Als ein Passant kam, seien die Täter geflüchtet.

Einer der Angeklagten räumte ein Treffen ein. Es habe keinerlei Zwang gegeben, der Landsmann sei freiwillig in der Wohnung gewesen. Dann sei es zum Streit gekommen, so der 41-Jährige. Er sei betrunken und verärgert gewesen, weil das vermeintliche Opfer Bordelle aufsuche, in denen bulgarische Frauen arbeiten. Das widerspreche der Tradition und gehöre sich nicht. Die Verhandlung wird fortgesetzt.

(BL)
 
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