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Krefeld
Anwohner kämpfen für Aufhebung der Westwall-Sperrung

Krefeld: Anwohner kämpfen für Aufhebung der Westwall-Sperrung
Die Durchfahrt vor dem Museum ist auch nach Wiedereröffnung des Museums gesperrt. Aktuell nutzen nach Informationen eines Anliegers Mitarbeiter des Museums die gesperrte Straße als Parkplatz für ihre Fahrzeuge. FOTO: Samla
Krefeld. Seit dem Beginn des Museumsumbaus ist der Westwall in Nord-Süd Richtung für den Autoverkehr gesperrt. Die Krefelder Politik will nach der Sommerpause entscheiden, wie es dort weitergeht. Von Carola Puvogel

Seit Beginn des Umbaus des Kaiser-Wilhelm-Museums ist der Westwall in Nord-Süd-Richtung für den Autoverkehr gesperrt. Anwohner befürchten, dass das dauerhaft so bleiben könnte. Sie wollen mit einer großangelegten Flugblattaktion die Nachbarschaft aktivieren und rufen dazu auf, gemeinsam in der Sitzung der "Bezirksvertretung Mitte" Anfang September Präsenz zu zeigen. Dort wollen sie deutlich machen, dass eine breite Mehrheit der Anlieger für die Öffnung der Straße ist.

Grund für den Zorn ist, dass der gesamte Autoverkehr auf dem Westwall sich seit der Schließung einen anderen Weg Richtung Süden suchen muss. Und der führe dann entweder hinter dem Museum entlang über die schmale Straße "Karlsplatz" oder über die Blumen- und Evertzstraße. "Wir meinen, dass diese Straßen nicht geeignet sind, auf Dauer den Durchgangsverkehr aufzunehmen", sagen die Geschwister Sabine und Ralph Höntzsch, die beide dort wohnen. Sie fordern, den Westwall wieder für den Verkehr zu öffnen, dafür sei die historische Achse der vier Krefelder Wälle schließlich vorgesehen.

Schleichverkehr hinter dem Museum auf dem Karlsplatz. Viele Autofahrer umgehen so die Westwall-Sperrung. Darüber ärgern sich die Anwohner. FOTO: samla.de

Nach der Sommerpause will sich die Krefelder Politik mit dem Thema "Umgestaltung Joseph Beuys Platz" - wie der Karlsplatz später heißen soll - beschäftigen. Mehr als zwei Millionen Euro sind dafür bereits im städtischen Haushalt eingeplant. "Zur Debatte steht, dass die von Nord nach Süd verlaufende Fahrbahn des Westwalls in Höhe des Museums eingezogen wird und der Verkehr sich westlich des Museums einen Umweg suchen muss", habe eine Mitarbeiterin des Fachbereichs Tiefbau den Anwohnern auf Nachfrage mitgeteilt und damit deren Befürchtungen bestätigt.

Auch Immobilienbesitzer Heinz Fladt wehrt sich gegen die dauerhafte Schließung. Nicht nur für die Anwohner seien die Sperrung und der daraus resultierender Schleichverkehr unzumutbar. Er weist zusätzlich darauf hin, dass eine Vielzahl von Geschäften im Umfeld das Handtuch geworfen hätten, zwölf an der Zahl, hat er recherchiert. Fladt macht die Rechnung auf, dass das Museum - optimistisch geschätzt - im Durchschnitt täglich von maximal 63 Personen besucht werde. "Ich frage mich, ob dafür wirklich eine Schließung des Westwalls nötig ist", sagt der Rentner. Mitstreiter finden die Kritiker der Schließung in der Bürgergesellschaft Stadtmitte. Diese spricht sich dafür aus, den Westwall wieder komplett befahrbar zu machen. Der Bereich vor dem Museum könne anders gepflastert werden, um Platzcharakter anzudeuten. Für Veranstaltungen könne der Bereich abgesperrt werden. Die Bürgergesellschaft sorgt sich auch um die "Aufweichung des Vagedes-Prinzips", sollte das Areal vor dem Museum zum Platz umgebaut werden.

Quelle: RP
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