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Krefeld
App statt Muezzin ruft Muslime zum Gebet

Krefeld. Minarette in Deutschland sind meist "stille Minarette" - sie dienen nicht einem Muezzin für den Ruf zum Gebet, sondern gehören aus historisch-ästhetischen Gründen zum architektonischen Programm einer Moschee. Auch das erste in Krefeld errichtete Minarett - das der Stahldorfer Yunus-Emre-Moschee - ist ein "stilles Minarett".

Technisch wird die menschliche Stimme nicht mehr für den Ruf zum Gebet gebraucht: Moderne Muslime nutzen ihr Smartphone und eine Muezzin-App, um sich an die Gottesdienstzeiten erinnern zu lassen. Unser Foto zeigt eine solche App auf dem Smartphone von Erdinc Sezer, Vorstandsmitglied der Krefelder Fatih-Cami-Gemeinde, die eine neue Moschee mit ebenfalls stillem Minarett bauen will.

Der Muezzin-Ruf ist ein Glaubensbekenntnis; hier setzt das Unbehagen von Kritikern ein, die den Ruf als bedrängend empfinden. Sie lehnen auch die Gleichsetzung von Kirchenglocken und Muezzinruf ab, da Kirchenglocken neutral den Beginn des Gottesdienstes markieren. Die Krefelder Muslime streben bislang keinen Muezzin-Ruf an.

(vo)
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