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Krefeld
Applaus für den Barbier aus dem Opernstudio

Krefeld. Gioacchino Rossinis berühmteste Oper "Der Barbier von Sevilla" - ewig nicht mehr am Niederrhein gespielt - ist im Theater Krefeld zum Renner der Saison geworden. Bisher war jede Vorstellung ausverkauft, und auch für die nächsten Termine ist die Kartennachfrage groß. Das liegt zum einen an der in höchstem Maße einfallsreichen Regie Kobie von Rensburgs, an den klangschön und kapriziös aufspielenden "Niederrheinischen Sinfonikern"(Leitung: Andreas Fellner), am gut disponierten Herrenchor und an dem koloraturgewandten, mit reichen Stimmfarben punktenden südafrikanischen Gast Levy Sekgapane als Graf Almaviva. Von Heide Oehmen

Doch noch etwas ist in einigen Vorstellungen besonders: Zwei Haupt- und drei Nebenrollen sind dann mit Mitgliedern des Opernstudios besetzt, und der Zuhörer staunt nicht schlecht, wenn er erlebt, dass fast oder gerade dem Studium entwachsene Nachwuchssänger den Vergleich mit ihren etablierten Kollegen in keiner Weise zu scheuen brauchen.

Da ist zunächst die in Berlin ausgebildete Sopranistin Amelie Müller als Rosina, die in ihrer gerade mal einjährigen Opernstudiozeit bereits zu einer wie selbstverständlich wirkenden Bühnenpräsenz und gewinnenden Ausstrahlung gefunden hat. Dazu kommt eine lyrische, ausgeglichene, koloraturverliebte Stimme mit völlig unangestrengter Höhe. Der Vermittler der von ihr so heiß erstrebten Verbindung mit Graf Almaviva ist Sebastian Seitz, ein Figaro wie aus dem Bilderbuch! Sein Spieltalent wetteifert mit seinem beweglichen, facettenreichen und bruchlosen Bariton. Eine Glanzleistung! Manon Blanc-Desalle, auch sie seit einem Jahr im Opernstudio, muss als "Berta" lange Zeit den Staubsauger betätigen - doch gegen Ende des kurzweiligen Abends überrascht sie mit einer dank ihres bestens durchgebildeten Mezzos brillant gemeisterten Arie. Schließlich ihr Kollege James Park, dessen strahlkräftiger Tenor in dieser Vorstellung gleich zwei Partien bereichert - die des Fiorillo und die des Offiziers.

Aktuelle und ehemalige Mitglieder des "Opernstudios Niederrhein" stellen sich übrigens am Samstag, 11. Februar ab 20 Uhr - begleitet von den "Niederrheinischen Sinfonikern" - im Konzertsaal des Theaters Mönchengladbach mit einer Operngala vor.

Quelle: RP
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