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Krefeld
Arbeitsamt schickt die "Headhunter" los

Krefeld: Arbeitsamt schickt die "Headhunter" los
Jens Rösler, Geschäftsführer der Coastfoam GmbH, und Birgitta Kubsch-von Harten, Geschäftsführerin operativ der Agentur für Arbeit Krefeld, stellten gestern die Vorzüge des Arbeitgeberservices vor. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der Krefelder Jungunternehmer Jens Rösler schätzt den Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit bei der Suche nach dem richtigen Personal. Sevda Aydin vereinigt alle Kriterien, die er bei der Bewerberauswahl berücksichtigt haben wollte. Von Norbert Stirken

08/15 steht in diesem Fall für August 2015: Zu dem Termin hat der Krefelder Jens Rösler sein Start-up-Unternehmen Casefoam GmbH gegründet und Geschäftsräume auf dem früheren Kasernengelände am Kempener Feld bezogen. Die Produkte, die in den alten Gemäuern auf 250 Quadratmetern produziert werden, sind das genau Gegenteil von 08/15. Casefoam stellt so genannte Shadowboards her. Das sind Kunststoffaussparungen für Werkzeuge, Fotoapparate mit Objektiven und vieles mehr. "Wir können solche Schaumeinlagen ganz individuell in geringer Stückzahl schnell und kostengünstig herstellen", sagte Rösler gestern.

Was steckt hinter der Geschäftsidee? Mit dem Einsatz seiner Sortierhilfen sparen Unternehmen pures Geld. Zwei bis vier Prozent der Arbeitszeit verstreiche unproduktiv durch unnötiges Suchen nach dem richtigen Werkzeug, erklärte er. Bei einem mittelständischen Unternehmen mit 100 Beschäftigten in der Produktion entspreche dies einen täglichen Ausfall von zwei bis vier Mitarbeitern.

Um effizienten Einsatz der Ressourcen ging es dem Geschäftsführer von Casefoam auch bei der Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Krefeld. Rösler suchte eine Vertriebsassistentin, wollte aber keine Stellenangebote annoncieren und sich nicht um eine zeitaufwendige Auswahl der Bewerbungen kümmern. Das hat in seinem Fall der Arbeitgeberservice erledigt. Nach intensiven Gesprächen, wen Rösler für welche Aufgaben suchte, spuckte der Computer der Agentur für Arbeit entsprechende Favoriten aus.

Die ausgebildete Mediengestalterin Sevda Aydin, die in Düsseldorf lange im Marketing und als Vertriebsassistentin gearbeitet hatte und schon drei Jahre nur als Minijobberin unterwegs war, bekam den Job. Die Chemie zwischen Chef und Angestellter stimmte sofort. "Ich bin gelernter Maschinenbauer und Werkzeugmacher und habe in meiner beruflichen Laufbahn selbst schon Leistungen vom Arbeitsamt erhalten", sagte Rösler. Er schätzt die vielfältigen beruflichen Erfahrungen, die Sevda Aydin mit in den Job bringt. Sie sei die Richtige, um das breit gefächerte Aufgabenspektrum zu erledigen und souverän mit Kunden, Lieferanten und "mit mir" umzugehen, so Rösler.

Derzeit produziert Casefoam auf einer Anlage, die aus einer Kunststoffsäge, einer CNC-Fräse und einem Laser für Schriften und Logos besteht. Im kommenden Jahr soll eine zweite Anlage in Betrieb gehen. Die Halle bietet Platz für vier Anlagen. Die meisten Aufträge werden online abgewickelt. Der Kunde bekommt einen Untergrund mit Markierungen geliefert, legt sein Werkzeug darauf und scannt das Ganze. Dieses Bild reicht dem Krefelder Jungunternehmen aus, um die Maße zu errechnen und entsprechende Schaumstoffeinlagen für Werkzeuge, Museen und Auktionshäuser bis zu 1,20 Meter mal ein Meter Größe herzustellen.

Quelle: RP
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