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Krefeld
Architektenwettbewerb für die alte Papierfabrik Behn

Krefeld. Vor gut drei Jahren hat die Wohnstätte AG die frühere Papierfabrik Behn an der Dießemer Straße weit unter Preis ersteigert. Im kommenden Jahr soll ein Architektenwettbewerb städtebaulich anspruchsvolle und wirtschaftliche Lösungen für eine Bebauung liefern. Von Norbert Stirken

Die Wohnstätte AG macht ernst: Vorstand Thomas Siegert kündigte im Gespräch mit unserer Redaktion an, dass die mehrheitlich städtische Tochter im kommenden Jahr einen Architektenwettbewerb für die frühere Papierfabrik Behn ausloben wolle. Die Häuser und Hallen auf dem 6200 Quadratmeter großen Gelände zwischen Dießemer- und Viktoriastraße sollen abgerissen, das Areal neu bebaut werden. Das Ziel des Wettbewerbs besteht darin, städtebaulich anspruchsvolle Lösungen für die Errichtung von Gebäuden mit bis zu drei Geschossen und 50 bis 60 Wohnungen rund um einen zentralen Innenhof zu finden. "Die Wohnstätte hat mit den Wettbewerben für die Ostwall-Passage und die Werkkunstschule in der Innenstadt sowie für die Herbertzsstraße in Oppum sehr gute Erfahrungen gemacht", erklärte Siegert. Der Auftragswert für den Bau diverser Reihen-, Einfamilien-, und Mehrfamilienhäuser auf der alten Industriebrache soll sich um die 4,8 Millionen Euro bewegen.

Im Moment werden die Immobilien noch von Mietern genutzt. Ein Bebauungsplan existiert bislang nicht. Dass die Verantwortlichen der Wohnstätte über den Tag hinaus denken, unterstreicht der Erwerb der alten Papierfabrik Behn vor etwa gut drei Jahren. Die Immobilie wurde damals in einer Zwangsversteigerung erworben. Bei 950.000 Euro hat die Wohnstätte den Zuschlag für das Wohn- und Gewerbeobjekt mit 1,55 Millionen Euro Verkehrswert bekommen, das einem Frankfurter Eigentümer gehörte. Dabei hat die Wohnstätte auch bestehende Mietverhältnisse übernommen.

In der Vergangenheit wurden verschiedene Konzepte für den Standort durchgespielt, Pläne skizziert und Abrisskosten kalkuliert, berichtete Siegert seinerzeit. Das Ergebnis der Überlegungen und Beratungen solle dann in einen Bebauungsplanentwurf fließen, der in Abstimmung mit der Planungsverwaltung der Politik zur Entscheidung vorgelegt werde. Das B-Plan-Verfahren dauere erfahrungsgemäß zwei Jahre. Möglich sei, die geschlossene Bebauung zu öffnen und Viktoria- und Dießemer Straße übers Areal fußläufig zu verbinden.

Die Papierfabrik Behn wurde von dem Krefelder Erwin Behn gegründet und im Jahr 1925 erbaut. Schon während des Ersten Weltkriegs entdeckte er die wachsende Bedeutung des Papiersacks für die Füllgüterindustrie, schuf auch eigene Maschinen zur Befüllung der Säcke. 1994 übernahm ein Unternehmen aus Oelde in Westfalen die Papierfabrik, 1996 erfolgte der Standortwechsel. Seitdem gehörte die Papierfabrik einer Eigentümergemeinschaft in Hessen.

Quelle: RP
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