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Krefeld
Auch Lichtmasten im Camp verschwinden

Krefeld. Zum Abbau der Flüchtlingsunterkunft in Forstwald hat Michael Gobbers, Vorsitzender des Bürgervereins, weitere Detail erfahren. Der neu angelegte westliche Fuß- und Radweg soll erhalten bleiben. Die Wasseranschlüsse werden stillgelegt. Von Carola Puvogel

Dass die Leichtbauhallen-Flüchtlingsunterkunft auf dem ehemaligen Kasernengelände in Forstwald abgebaut werden, ist, wie berichtet, seit einigen Wochen beschlossene Sache. Die Bezirksregierung in Düsseldorf hat jetzt auf Nachfrage des Bürgervereinsvorsitzenden Michael Gobbers weitere Details zum Ablauf der Maßnahme bekannt gegeben.

Derzeit ist, so Bezirksregierungs-Sprecherin Raffaella Bruni, der Malteser Hilfsdienst, der mit dem Betrieb der Einrichtung beauftragt war, dabei, die Leichtbauhallen zu leeren und Mobiliar abzubauen. Die Malteser hatten mit der Innenausstattung der Hallen begonnen, bevor bekannt gegeben worden war, dass die Unterkunft gar nicht in Betrieb gehen würde. Im Anschluss soll die technische Ausrüstung entfernt werden, bevor die gemieteten Leichtbauhallen schließlich vom Besitzer abmontiert werden. Die Bezirksregierung prüft derzeit noch Kostenvoranschläge, wann genau die Arbeiten beginnen, sei im Moment noch nicht klar.

Geplant ist ein umfassender Rückbau auf dem Gelände. Das betrifft beispielsweise auch die Lichtmasten. Auch um Steuergelder zu sparen, bleibe das Areal in Zukunft wieder unbeleuchtet, teilt Bruni mit. Anders sieht es bei Tiefbaumaßnahmen zur Erschließung des Geländes aus. Ein Rückbau sei aus Kostengründen nicht vorgesehen, Techniker würden jedoch die Wasseranschlüsse stilllegen.

Noch nicht ganz klar ist, wie es mit dem auf der westlichen Seite angelegten Fuß- und Radweg weitergeht. Dieser befindet sich auf Gelände, das der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gehört. Michael Gobbers vom Bürgerverein glaubt, dass es für die Bürger von Vorteil wäre, diese gerade erst gebauten Wege beizubehalten. "Wir werden versuchen, dort eine Regelung zu finden", sagt Gobbers. Die Bima habe mitgeteilt, sie wolle "sich der Sache nicht versperren", jedoch auch kein Geld für die Verkehrssicherung der Wege auf ihrem Grundstück bereitstellen.

Generell wird aus der Stellungnahme der Bezirksregierung deutlich, dass man sich sehr darum bemüht, die Kosten gering zu halten. So gebe es aus dem Vertrag zwischen Bezirksregierung und Bima nach dem Rückbau keine finanziellen Verpflichtungen mehr. Der Abbau der Einrichtung trage auch dazu bei, keine weiteren Kosten auflaufen zu lassen. Man arbeite daran, "Steuergelder einzusparen, wo es nur geht", schreibt Bruni. Abgebautes Material solle nach Möglichkeit anderswo eingesetzt werden. Das Gelände wird bis zur vollständigen Räumung von einem Sicherheitsdienst bewacht und ist nicht öffentlich zugänglich.

Trotz der nicht unerheblichen Kosten, die die Notsituation verursacht, habe das Land Nordrhein-Westfalen in einer "ungewöhnlichen, neuen und schwierigen Situation" angemessen reagiert, um Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge zu schaffen, die "nicht auf der Straße hätten bleiben sollen".

Quelle: RP
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