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Krefeld
Auf ein Bier mit dem NRW-Finanzminister

Krefeld: Auf ein Bier mit dem NRW-Finanzminister
Moderator Michael Heussen im Gespräch mit NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper (l.). Die weiteren Gäste: Filmproduzent Christian Becker, KFC-Trainer Michael Wiesinger, Tania und Christian Cosman (Präsident der Prinzengarde), Unternehmensberaterin Zypora Kupferberg und Ralf Köpke vom DGB. FOTO: Strücken
Krefeld. Bei "Zug um Zug" im Nordbahnhof war unter anderem der neue NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper zu Gast. Von Nadja Joppen

Sie gehört fest zum Krefelder Veranstaltungskalender - die jährliche Talk-Show "Zug um Zug" im Nordbahnhof. Auch in diesem Jahr stellten die Moderatoren Otto Fricke und Michael Heussen wieder interessante Persönlichkeiten in lockeren Unterhaltungsrunden vor - wobei die Gästeliste ein bisschen erweitert wurde. Eingeladen war der neue NRW-Finanzminister Lutz Lienenkämper, der etwas südlich der Krefelder Stadtgrenze in Meerbusch-Strümp beheimatet ist.

Nicht fehlen durfte bei diesem Moderatoren-Duo ein Einstieg mit Blick auf die momentane Bundespolitik: Er sei etwas verwundert, dass Otto Fricke - bekanntlich im Hauptberuf FDP-Bundestagsabgeordneter - angesichts der momentanen Koalitionsverhandlungen die Zeit für den Termin in Krefeld habe, so Heussen. Fricke konterte - "ohne Heimat geht es nicht", aber in Berlin wolle man ja nach Jamaika, und das dauere eben etwas, "wenn du jemand hast, der sich weigert, mit Diesel dahin zu fahren, sondern lieber segelt". Aber er sei sicher, dass am 24. Oktober der Bundestag zusammenkomme, so Fricke.

Den Auftakt in der Reihe der Talkgäste machte Christian Becker - der Film-Produzent (Rat Pack Filmproduktion, Westside Filmproduktion) hat unter anderem die neue Version der Winnetou-Filme, Kinder-Klassiker wie "Wickie und die starken Männer" und "Fack ju Göhte" produziert. Sein Interesse für die Winnetou-Thematik sei als Kind geweckt worden - durch die Nähe zu den Bühnen in Ratingen und Elspe. Und ja, er habe sich gewünscht, Pierre Brice in die neue Version zu integrieren, "als Intschu Tschuna. Er wollte nicht, hat uns aber viel Glück gewünscht", so Becker. Sein neuer Kinderfilm "Jim Knopf" kommt Ostern 2018 in die Kinos: "Die Begeisterung der Kinder für Filme ist ein tolles Gefühl", so Becker - und verriet, dass er als Jugendlicher dem Schiri in der Grotenburg eine Klopapier-Rolle vor die Füße geworfen hat.

Der neue KFC-Trainer Michael Wiesinger, der frisch vom KFC-Sieg gegen Erntebrück kam, überzeugte durch seinen ruhigen und freundlichen Auftritt. Zum Thema "gute Trainer" verriet er, dass sein bester Trainer Ottmar Hitzfeld gewesen sei: "Der hat nie geschrien, nie!" Sein Ziel beim KFC sei der Aufstieg, aber das werde angesichts der Modalitäten der 4. Liga schwierig. Außerdem müsse die Nachwuchs-Arbeit besser und die Grotenburg saniert werden.

Finanzminister Lutz Lienenkämper erklärte, zu seiner wichtigsten Lektüre im neuen Amt gehöre das (fiktive) Buch "50 charmante Arten, nein zu sagen", denn NRW müsse erst auf gesunde finanzielle Beine gestellt werden. Auf die Frage, ob er auch den Kauf von Steuer-CDs in Erwägung ziehe, meinte er, ihm sei noch keine angeboten worden, aber wenn, werde er sich jede CD angucken. Bisher habe NRW dadurch Geld in dreistelliger Millionenhöhe erhalten.

Nach der Pause stellte Fricke das Ehepaar Tania Cosman (Chefin einer Kommunikationsagentur) und Christian Cosman (Hotelmanager, Präsident der Prinzengarde) vor und wollte unter anderem von ihnen wissen: "Was brauchen wir in Krefeld?" Die Antworten kamen schnell und eindeutig: "Das nötige Selbstbewusstsein, zur Stadt zu stehen" (Christian Cosman) und "Unsere Generation muss lernen, dass Engagement etwas bringt." (Tania Cosman), wobei nicht der finanzielle Vorteil das Wesentliche sei.

Interessante Infos zu einem der reichsten Männer der Welt, dem Investor Warren Buffet, kamen von Unternehmensberaterin Zypora Kupferberg. Der Milliardär bezeichnet die Krefelderin als seine "eyes and ears in Germany" für interessante Unternehmensbeteiligungen. Buffet sei "menschlich schwer in Ordnung", seine Einstellung entspreche keineswegs dem Klischee de "Heuschrecken", sondern ihm gehe es darum, seine Beteiligungen - die zu 60 Prozent im Mittelstand angesiedelt sind - langfristig zu halten, so Kupferberg.

Zum Abschluss kam Ralf Köpke, Leiter des Landesbezirks des DGB, zum Gespräch. Er zeigte auf, dass die Gewerkschaften wieder Zulauf bekommen. Wichtig war ihm das Thema "Veränderungen durch die Digitalisierung der Arbeitswelt": Er habe "keine Angst davor, aber das muss von gestaltet werden" - und zwar von beiden Seiten, den Unternehmern und den Arbeitnehmern.

Viktor Furth, der Betreiber des Nordbahnhofs, spendet traditionell den Erlös aus dem Verkauf der Eintrittskarten von "Zug um Zug". In diesem Jahr werden insgesamt 2500 Euro an die Krefelder Tafel und die Bahnhofsmission gehen.

Quelle: RP
 
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