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Krefeld
Aufschwung am Brennpunkt Dieselstraße

Krefeld: Aufschwung am Brennpunkt Dieselstraße
Beim Sommerfest an der Dieselstraße (v.l.): Alexander Henes (Projektentwickler DRK-Schwesternschaft Krefeld), Rotkreuz-Schwester Anita Boortz, Karin Meincke (Oberin DRK-Schwesternschaft Krefeld), Rotkreuz-Schwester Ursula Hölters und Thomas Mentges (Regionalleiter Deutsche Annington). FOTO: DRK
Krefeld. Das Quartier mit 190 Mietwohnungen hat eine erstaunliche Entwicklung genommen: Die DRK-Schwesternschaft hat vor drei Jahren den Nachbarschaftstreff übernommen. Beim Sommerfest konnte jetzt von guten Erfolgen berichtet werden. Von Nadia Joppen

Karin Meincke, die Oberin der DRK-Schwesternschaft Krefeld, ist sehr zufrieden mit den Entwicklungen im Nachbarschaftstreff des Mietgebäude-Komplexes der Deutschen Annington (DA) an der Dieselstraße 30, das lange als sozialer Brennpunkt galt. "Wir sind als Anlaufstelle der Mieter etabliert. Viele haben Vertrauen zu uns gefunden, und wir können sie unterstützen. Außerdem ist die Vernetzung in das Quartier rund um den Nachbarschaftstreff gut gewachsen." Vor drei Jahren hatte DRK-Schwesternschaft die Trägerschaft für das Projekt übernommen. Die DA stellt als Gebäude-Eigentümerin die Anlaufstelle im 3. Stock mietfrei für den Treff zur Verfügung. Ansprechpartnerin ist dort die Rotkreuz-Schwester Anita Boortz, unterstützt von Projektentwickler Alexander Henes von der Schwesternschaft.

Jetzt wurde in dem Komplex das dritte Sommerfest gefeiert. Die Kinder konnten sich bei Spiel- und Kreativangeboten der Spielaktion Mobifant austoben oder sich schminken lassen; es gab von der DA gestiftete Preise; das Team von "Salvea Kids" war dabei und brachte Bewegung ins Spiel. Die Praxis für Säuglings- und Kindertherapie im Salvea-Gesundheitszentrum machte mit kreativen Ideen den großen und kleinen Kindern viel Freude. Dazu gab es einen Basar für Kinderkleidung und Spielzeug sowie Kaffee, Getränke und Kuchen.

Die Schwesternschaft hat den Nachbarschaftstreff als niedrigschwelliges Angebot angelegt, um die Mieter und die Nachbarn zu erreichen - die Projekte sind kostenlos oder nur mit Kostenbeteiligung. Die Angebote mit dem Schwerpunkt "Hilfe zur Selbsthilfe" wurden kontinuierlich ausgeweitet und von den Bewohnern immer besser angenommen. "Am Anfang gab es Berührungsängste", erläutert Henes. "Aber unser Angebot hat viele Bewohner dann doch überzeugt." Neben den klassischen Leistungen der DRK-Schwesternschaft wie die ambulante Pflege von Kindern und Erwachsenen waren es vor allem die Hilfsangebote für den Alltag, die von den Bewohnern der Dieselstraße genutzt wurden, zum Beispiel Hilfe bei Behördengängen oder Ausbildungsplatzsuche. Inzwischen ist eigenes Engagement der Mieter hinzugekommen: Sie treffen sich zu regelmäßigen Frühstücksrunden oder zum Stricken, es gibt eine Kleiderbörse, eine offene Bücherei und Nachhilfe für die Kinder.

"Sehr gut gewachsen sind die Verbindungen in das Quartier: Wir stehen in gutem Kontakt zu den Paten für den Spielplatz an der Kempener Allee oder auch zum Bürgerverein Kempener Feld", schildert Henes. Regelmäßig ist die Schwesternschaft auf dem Spielplatz vor Ort, wenn die Spielaktion Mobifant da ist. Vor wenigen Wochen wurde die neue Nestschaukel auf dem Spielplatz installiert: Sie wurde von den Organisatoren des Pfingstlaufes 2014 angeschafft, die Montage hat die DA finanziert.

"2012 galt das Quartier mit knapp 190 preisgebundenen Wohnungen als sozialer Brennpunkt mit einer großen Anzahl von Vandalismus-Fällen. Ein Viertel der Wohnungen stand leer", sagt DA-Regionalleiter Thomas Mentges. "Jetzt, 2015, hat sich nicht nur das Erscheinungsbild des Gebäudes verbessert. Nur noch acht Prozent leerstehenden Wohnungen sind ein Beleg dafür, dass sich Grundlegendes verändert hat." Neben der Zusammenarbeit mit der DRK-Schwesternschaft lobt Mentges auch das Engagement des Objektbetreuers Ralf Hertgens, der seit 2013 für das Gebäude zuständig ist. "Er kümmert sich intensiv um die Wohnungen und ihre Mieter. Mit seinem handwerklichen Geschick, seinem immobilienwirtschaftlichen Know-how und seinem guten Zugang zu den Mietern ist er fünf Tage in der Woche acht Stunden lang vor Ort und löst allerhand Probleme." So sorge der Objektbetreuer dafür, dass kein Sperrmüll herumliegt und Vandalismusschäden schnell repariert werden; mutmaßliche Verursacher spricht er direkt an. Für persönliche Gespräche dient die wöchentliche Mietersprechstunde. Überhaupt sei die permanente Kommunikation mit den Mietern entscheidend, sagt Thomas Mentges: "Wenn es Themen gibt, werden sie sofort besprochen, egal, ob wir ein Anliegen haben oder unsere Mieter. Das Verantwortungsbewusstsein der Mieter ist eindeutig gestiegen." Vandalismusfälle sind nur noch die Ausnahme.

Quelle: RP
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