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Erstes Halbjahr 2016
Auslandsumsatz der Industrie steigt um 84 Millionen Euro

Erstes Halbjahr 2016 : Auslandsumsatz der Industrie steigt um 84 Millionen Euro
Die Chemische Industrie - wie die im Chempark in Uerdingen mit Covestro, Lanxess oder Huntsman - erzielte landesweit im ersten Halbjahr einen Umsatz in Höhe von 19,6 Milliarden Euro. FOTO: Currenta
Krefeld. Das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik legte am Mittwoch Zahlen für das erste Halbjahr vor. Krefelder Industriebetriebe schneiden im Vergleich zu denen im Regierungsbezirk gut ab. Von Norbert Stirken

Die Krefelder Industrie lebt maßgeblich vom Auslandsgeschäft. Rund 60 Prozent des Umsatzes in den ersten sechs Monaten dieses Jahres entfallen auf die Exporte heimischer Unternehmen. Das ist ein Anstieg um vier Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 auf 2,4 Milliarden Euro. Krefeld setzt sich laut Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (IT.NRW) damit deutlich vom Trend in Nordrhein-Westfalen, im Regierungsbezirk Düsseldorf und in fast allen größeren Nachbarkommunen ab. Überall dort ist ein Rückgang beim Auslandsumsatz zu verzeichnen.

67 Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten kamen für Krefeld in die Auswertung der Statistiker, zwei weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Mitarbeiter beträgt 17.707 und liegt damit um 375 niedriger (minus 2,1 Prozent) als im Vergleichszeitraum. Die Belegschaften kamen auf 13,8 Millionen Arbeitsstunden (minus zwei Prozent). Trotz des Rückgangs der geleisteten Arbeitsstunden sind die Personalkosten wegen Tariferhöhungen gestiegen. 1, 8 Prozent - das sind etwa 8,6 Millionen Euro mehr - zahlten die Arbeitgeber aus der Industrie ihren Arbeitern und Angestellten mehr. Unterm Strich kommt eine Summe in Höhe von fast 490 Millionen Euro zusammen. Im Durchschnitt bekommt jeder Arbeitnehmer 55.290 Euro pro Jahr, das sind 4600 Euro pro Monat.

Nicht ganz so positiv wie beim Auslandsumsatz sieht die Gesamtbilanz aus In- und Auslandsumsätzen aus. Fast vier Milliarden Euro im ersten Halbjahr sind 1,3 Prozent weniger als in den ersten sechs Monaten des Vorjahrs und sogar 9,1 Prozent weniger als 2014. Damals machten die Krefelder Industriebetriebe etwa 4,36 Milliarden Euro Gesamtumsatz. Der Landestrend ist ähnlich, der im Regierungsbezirk noch deutlicher - minus 5,1 Prozent.

Die nordrhein-westfälischen Industriebetriebe erwirtschafteten im ersten Halbjahr 2016 einen Umsatz von 150,6 Milliarden Euro, das waren 0,8 Prozent weniger als von Januar bis Juni des Vorjahres. Wie das Statistische Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, fiel der Rückgang bei den Inlandsumsätzen (minus 1,1 Prozent) höher als im Auslandsgeschäft (minus 0,4 Prozent).

Den größten Anteil am Gesamtumsatz hatten im ersten Halbjahr 2016 die Maschinenbauer wie Siempelkamp, Andritz oder Jagenberg mit 19,8 Milliarden Euro Umsatz (minus 2,6 Prozent gegenüber 2015), gefolgt von der Chemischen Industrie wie die im Chempark mit Covestro, Lanxess oder Huntsman (19,6 Milliarden Euro; minus 7,7 Prozent) und dem Automobilbau (17,3 Milliarden Euro; plus 10,7 Prozent). Weitere bedeutende Wirtschaftszweige im Land und in der Stadt (Stichwort Outokumpu) waren die Metallerzeugung und -bearbeitung (17,2 Milliarden Euro; minus 11,1 Prozent), die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln wie im Rheinhafen bei Cargill (14,6 Milliarden Euro; plus 1,5 Prozent) sowie die Herstellung von Metallerzeugnissen (13,6 Milliarden Euro; plus 1,2 Prozent).

Im Durchschnitt der ersten sechs Monate dieses Jahres beschäftigten die 5130 erfassten Industriebetriebe in Nordrhein-Westfalen zusammen 1.058.149 Personen; das waren 2694 weniger als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Beschäftigungsstärkste Branche war - wie bereits im ersten Halbjahr 2015 - der Maschinenbau mit 177.976 Personen (3977 Beschäftigte weniger als im Monatsdurchschnitt des ersten Halbjahres 2015). 138.690 Personen (plus 954) waren im Bereich der Herstellung von Metallerzeugnissen und 102.654 (minus 1596) in der Metallerzeugung und -bearbeitung tätig. Die Angaben beziehen sich auf Betriebe des Verarbeitenden Gewerbes und des Bergbaus sowie der Gewinnung von Steinen und Erden mit 50 oder mehr tätigen Personen. Kleinere Betriebe (ab 20 Beschäftigte) werden nur jährlich befragt.

Quelle: RP
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