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Krefeld
Ausstellung führt Schritt für Schritt ins Universum

Krefeld. Die Ausstellung von fünf litauischen und drei deutschen Künstlern in der Friedenskirche dauert noch bis zum 6. Dezember. Von Norbert Stirken

Um Töne aus dem Weltraum zu hören, muss der Interessierte über zahlreiche Treppenstufen hoch empor steigen. Die Klanginstallation des litauischen Künstlers Dainius Dapkevicius befindet sich im Turm der Friedenskirche. Auf dem Weg zu den Kopfhörern, mit dere Hilfe die intergalaktischen Geräusche zu hören sind, passiert der Besucher eine andere Turmkammer, in der sein auf und ab über zwei kurze Treppen mit Sensormatten und Lautsprechern ein begleitendes "Step by Step" auslöst. Aiste Valiüte und Daumantas Plechavicius haben diese bewusstseinsbildende Etappe zwischengeschaltet.

Noch bis Sonntag, 6. Dezember, ist die Ausstellung von drei deutschen und fünf litauischen Künstlern in der Friedenskirche am Luisenplatz 1 werktags von 11 bis 16 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr zu sehen. Die acht Protagonisten bespielen außer Turm und Kirchenschiff auch die Gemeinderäume und haben sich eine Menge einfallen lassen, um den Betrachter zu elektrisieren. Dabei spielt die Umgebung insbesondere im Glockenturm eine besondere Rolle. Diana Radaviciüte zeigt die Vergänglichkeit von Blüte und Schönheit mit einer feingliedrigen und großen Skulptur im Dialog zur Rosette des Kirchturms. Die Abschnitte des Rundfensters füllte sie mit Schablonen aus milchigfarbenen Kunststoff, die sich durch ihr Eigengewicht aus den Fensternischen herausbiegen und wie verblühende Blütenblätter wirken. Der Prozess findet Unterstützung durch den baulichen Verfall des Gemäuers. Herabfallender Putz und Staub lagern sich auf den Schablonen ab und verstärken den Eindruck des Zerfalls.

Über dem gewölbten Dach des Kirchenschiffs erlaubt eine mit Planken versehene Stahlkonstruktion ins Dunkle zu gehen. Scheinwerfer und gespannte Fäden in geometrischer Regelmäßigkeit entwerfen Bilder, die Spinnennetz und statisches Bauwerk gleichermaßen darstellen. Saulius Valius hat ferner Fotos verfremdet, die eine besondere Perspektive auf die Skyline der litauischen Hauptstadt Vilnius zeigen.

Czaja Braatz hat meterlange Taue vor dem Altarraum quer durchs Kirchenschiff gespannt. Ihr "Tor des Einsehens" besteht aus aufwendig gewickeltem Gaze - ähnlich Mull -, das selbst gedreht, geleimt und gefärbt den Eindruck schwerer Seile erweckt. Die 20 jeweils mehr als zehn Meter langen Taue bilden an den beiden Enden jeweils einen transparenten Vorhang.

Zur Ausstellung ist eine Edition erschienen. Die Box mit neun Fächern beinhaltet Multiples der acht Künstler und darüber hinaus einen Text von Ulrich Peter Bach. Die limitierte Box kostet 75 Euro. Die Ausstellung wird vom Deutsch-Litauischen Freundeskreis - Überfahrt e. V. unterstützt und dauert bis zum 6. Dezember.

Quelle: RP
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