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Krefeld
Autobahnbrücke Linn wird Tanzbühne

Krefeld: Autobahnbrücke Linn wird Tanzbühne
Das Düsseldorfer Ensemble "Hartmann Mueller" unter der Autobahnbrücke am Schönwasserpark. Hier soll "Under the Bridge" aufgeführt werden. FOTO: Stadt Krefeld
Krefeld. Nahe der Haltestelle Rembertstraße zeigt die Compagnie Hartmann Mueller im Juli zeitgenössischen Tanz. Von Othmar Sprothen

Domartig wölbt sich die Brücke der A 57 über den Platz neben der Haltestelle Rembertstraße der Straßenbahnlinie 044. Die mächtigen Betonpfeiler der Autobahnbrücke sind nicht gerade kunstvoll von Sprayern behandelt worden. Eine Reihe schlanker Pappeln bildet eine diagonale Linie durch den groben gelblichen Kies, der die geräumige Fläche bedeckt.

Von der Aufwertung des Areals am Rande Linns anlässlich der Gartenausstellung Euroga sind noch der geschlängelte Fußweg zur Haltestelle und einige Abstufungen am Endpfeiler der Autobahnbrücke übrig geblieben. Nach Süden hin erkennt man einige Schrebergärten. Über der Buschreihe am nördlichen Rande des Platzes gleiten in schneller Folge die Dächer eines Kesselwagenzuges vorbei; nach kurzer Pause poltert der Gegenzug heran, gefolgt von einem S-Bahn-Triebwagen. Die Geräusche der bis zu 90.000 Fahrzeuge, die täglich über die Autobahn rollen, dringen gedämpft nach unten. Man darf das Linner Endstück des Schönwasserparks ohne Zögern zu Krefelds geheimnisvollen Orten zählen.

Genau diese Location schlug das Krefelder Kulturbüro der Düsseldorfer Tanzcompagnie Hartmann Mueller für die Outdoor-Performance "Under the Bridge" vor, die am 1. und 8. Juli hier zu sehen sein wird. "Ein toller Ort. Wir sind begeistert", sagt Simon Hartmann. "Der Ort soll so roh bleiben, wie er ist." Daher verzichten die Tänzer Daniel Ernesto Mueller, Simon Hartmann und Felix Ersig auf zusätzliche Beleuchtung. Die Akteure erwarten, dass die Besucher sich ungezwungen auf dem Platz arrangieren und so um das Geschehen eine lebende Kulisse bilden. Die Tänzer werden auf dem Kies eigene Individualitäten abbilden, die sich vereinen und wieder auseinandergehen. Irritationen werden geschaffen, neue Zusammenhänge erforscht. Überall lauern Überraschungen, und so gibt es keine Handlung, aber ein Roter Faden durchzieht das Agieren der Tänzer.

Den zeitgenössischen Tanz zu fördern bildet einen der Schwerpunkte der Arbeit des Kulturbüros. "Fördern, was es schwer hat", begründet dies Kulturbüro-Leiter Jürgen Sauerland-Freer. "Der zeitgenössische Tanz soll sich weiterentwickeln, denn er vermittelt als Gesamtkunstwerk interessante Hör- und Seherlebnisse."

Mit dem Projekt "Move! - in town" im Rahmen der Reihe "Move! - Krefelder Tage für modernen Tanz" bewarb sich das Kulturbüro um eine dreijährige Mittelzentren-Förderung des Landes NRW in Höhe von jährlich 30.000 Euro und erhielt den Zuschlag. Das Modul "Under the Bridge" steht am Ende der seit 2014 laufenden Aufführungsreihe, die jeweils zwei Outdoor-Veranstaltungen und eine Indoor-Aufführung in der Fabrik Heeder vorsehen.

Aufführungen am Freitag, 1. Juli, sowie Freitag, 8. Juli, 20 Uhr, Eintritt frei. Der Auftrittsort liegt unter der Schönwasserpark-Brücke der Autobahn 57 in Sichtweite der Haltestelle Rembertstraße der Straßenbahnlinie 044. Festes Schuhwerk ist empfohlen.

Quelle: RP
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