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Krefeld
Autofahrer ausgebremst und im Auto verprügelt

Krefeld. Gemeinschaftlicher Raub in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung wird zwei Männern aus Krefeld vorgeworfen. Am zweiten Prozesstag am Mittwoch vergingen zunächst einmal anderthalb Stunden mit Beweisanträgen der Verteidigung. Erst dann wurde die Anklageschrift verlesen.

Schon am ersten Verhandlungstag hatte es Schwierigkeiten gegeben, weil einer der Angeklagten nicht erschienen war und lediglich ein ausländisches Attest vorgelegt hatte, das der Richter nicht übersetzen konnte. Weil er daraufhin einen Haftbefehl in Betracht zog, lehnte der Verteidiger ihn nun wegen Befangenheit ab. Dem Antrag wurde allerdings nicht stattgegeben. Auch den Vorwurf, man habe immer noch keine komplette Akteneinsicht gehabt und habe sich deshalb nicht richtig vorbereiten können, entkräftete der Richter. Ein weiterer Kritikpunkt, nämlich dass Audiodateien nicht abgespeichert wurden, sei schlichtweg falsch, wie der Vorsitzende auf einem großen Bildschirm zeigte.

Beide Angeklagte wollen sich zu den Vorwürfen zur Zeit nicht äußern. Sie sollen den Wagen eines Mannes ausgebremst und ihn in seinem Auto verprügelt haben, so dass er zwei Wochen nicht arbeiten konnte. Außerdem sollen sie gedroht haben, ihn zu töten und ihm ein Handy im Wert von über 500 Euro abgenommen haben.

Zeugen berichteten gestern von Schlägen durch die offene Autotür. Er sei mit dem Firmenwagen unterwegs gewesen, als plötzlich ein Pkw auf der Gegenfahrbahn wendete, sagte ein 39-Jähriger. Der Mercedes sei in Richtung Untergath gefahren. Dann habe er erst mal nichts mehr gesehen, weil er an einer roten Ampel halten musste. Als er um die Kurve kam, habe er nur noch gesehen, wie zwei Männer in das Auto schlugen. Bis er dort ankam, waren die aber schon verschwunden. Sofort habe er die Stelle abgesichert und das Opfer notdürftig verbunden. Die Angeklagten erkenne er nicht wieder, gab er auf Nachfrage an.

Nach Angaben von Polizeibeamten soll das Opfer zuvor einen Zivilstreit gewonnen haben, an dem auch die Angeklagten beteiligt waren. Grund der Auseinandersetzung sei ein Wohnbauprojekt gewesen. Am kommenden Montag wird die Verhandlung fortgesetzt. Dann soll auch der Geschädigte angehört werden.

(BL)
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