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Krefeld
Bald gibt es Hummer im Museums-Bistro

Krefeld: Bald gibt es Hummer im Museums-Bistro
Der Konvektomat muss in die Küche der Museumsgastronomie: Inhaber und Küchenchef Keld Matthiesen und seine Helfer waren jetzt damit beschäftigt, alles so herzurichten, dass ab Freitag gekocht werden kann. FOTO: samla.de
Krefeld. Freitag geht es endlich los: Keld Matthiesen, Inhaber, Koch und Namensgeber der Gastronomie "Keld" im aufwendig sanierten Kaiser-Wilhelm-Museum, freut sich darauf, dass bis zum Stichtag die Küche eingebaut und nutzbar ist, und er den Besuchern und Gästen warme Speisen sowie selbst gebackenen Kuchen anbieten kann. Seit der Eröffnung lief der Betrieb eher auf Sparflamme, beschränkte sich auf kleine Leckereien und Getränke. Von Norbert Stirken

Mehr als 12.000 Besucher registrierten die Verantwortlichen in den ersten Wochen nach der Eröffnung des Kaiser-Wilhelm-Museums, das für die Rundumsanierung mehr als sechs Jahre geschlossen war. Der Linner Koch und Betriebswirt Keld Matthiesen tat in der Zeit sein Bestes, um die Gäste in der Museumsgastronomie mit Getränken und kleinen Leckereien zu versorgen. Richtig los geht es im "Keld" aber erst ab kommenden Freitag. "Dann können wir in der fertig eingerichteten Küche zum ersten Mal warm kochen", sagte der 52-jährige, gebürtige Däne, der sein Handwerk in Fünf-Sterne-Häusern erlernt hat. Harten Zeiten liegen hinter ihm. Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Und so stand er oft 20 Stunden am Tag hinter dem Herd - im Kempinski in Dresden oder im Savoy in Zürich. Auch das Victorian und der Breidenbacher Hof in Düsseldorf stehen auf seiner Referenzliste. Im Jahr 2010 wurde er sogar als Prüfer für Köche zugelassen.

Die Liebe fesselte ihn dann vor rund 20 Jahren an Krefeld. Er ist mit der Architektin und Vorsitzenden des Bürgervereins Linn, Ursula Giebels, verheiratet. Derzeit verbringt der Küchenchef aber viele Stunden im Museum. Die Theke dort ist noch ein Provisorium, die Küche mit Elektroherd, Konvektomat (Heißluftofen), Kühltischen, Spülstraße und Arbeitsflächen muss noch eingerichtet und angeschlossen werden. "Vor allem die neue Theke wird sehr schön", sagte Matthiesen - mit Schauvitrinen und italienischer Kaffeemaschine.

Die Terrasse am Kaiser-Wilhelm-Museum soll zum beliebten Treffpunkt werden. FOTO: samla.de

Das Keld hat auch abends, nachdem das Museum schon geschlossen hat, geöffnet. Ab dem 16. August dann täglich außer montags von 10 bis 19 Uhr. Besonderen Wert legt Matthiesen und sein Koch Nirmala Tas auf die Qualität der Produkte. In seiner Karte verspricht der Gastgeber und Inhaber des Keld, dass seine Zutaten aus nachhaltigem Anbau stammen, aus artgerechter Tierhaltung sind und zu 98 Prozent Bioqualität haben. Speziell über den Kaffee aus Guatemala weiß er interessante Geschichten zu erzählen. Den Anstoß zu der Entscheidung, diese speziellen, siebenmal sortierten Kaffeebohnen der Maya-Indianer vom Atitlan See für seine Kunden zu mahlen und aufzubrühen, gab sein Professor während des Studiums der Betriebswirtschaftslehre. "Das ist 15 Jahre her. Der Prof hat damals das Projekt mit dem fair gehandelten Kaffee aus Guatemala gegründet", berichtet Matthiesen.

Wenn alles fertig sei, wird es im Keld unter anderem auch Steinbutt, Hummer und Trüffel geben. Bis dahin setzt der Gastgeber auf seine "hochwertige Bistro-Küche". Unter anderem stehen Gerichte wie "Pikante Kichererbsen", "Gebeizter Label Rouge Lachs nach skandinavischer Art", "Poulardenbrustsupreme" und "Salat Jessica" auf dem Speisezettel.

Noch sind die Geräte in der Küche nur aufgestellt. Jetzt müssen sie noch angeschlossen werden. FOTO: samla.de

"Wir sind sehr ehrgeizig und wollen den Gästen im Kaiser-Wilhelm-Museum eine tolle Gastronomie bieten", hatte Matthiesen schon vor dem offiziellen Startschuss im Keld gesagt. Die schicken, neuen Räume befinden sich zwischen Foyer und Innenhof und weisen bodentiefe Fenster und Türen ins Freie für die Außengastronomie auf. An den Wänden hängen gerahmte Plakate von vielen Ausstellungen. In der Summe stehen knapp 300 Quadratmeter für die Museumsgastronomie zur Verfügung - eine Hälfte für drinnen und die andere Hälfte für draußen. Das Keld bietet Platz für rund 140 Besucher, davon 80 auf der Außenterrasse.

Geboten werden soll eine hochwertige Küche mit herzhaften Kleinigkeiten, bunten Salaten, Süßigkeiten, Kaffee und Kuchen sowie guten Weinen. Laut Vertrag mit der Stadt Krefeld muss Matthiesen nicht nur die Museumsbesucher versorgen, sondern sich auch um das Catering für die Gäste von Abendveranstaltungen kümmern. "Mein Lokal ist für alle offen, nicht nur für Museumsbesucher", sagt der 52-Jährige.

Die Theke im Hintergrund ist ein Provisorium: Dort soll bald ein repräsentatives Exemplar stehen. FOTO: samla.de
Quelle: RP
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