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Krefeld
Ballett-Uraufführung mit Liszt

Krefeld: Ballett-Uraufführung mit Liszt
Die Hände von Pianist André Parfenov und Ligia Craciunescu, die lange zur Compagnie des Theaters Krefeld/Mönchengladbach gehörte, tanzt auf den Tasten: Mit dieser Fotomontage von Matthias Stutte wirbt das Theater für den Ballettabend.
Krefeld. Am Samstag hat Robert Norths neuer Ballettabend Premiere. "Rhapsodie und Rumba" ist eine Trilogie aus Bluesmusik, spanischen Rhythmen und einem virtuosen List-Part mit André Parfenov am Klavier. Von Petra Diederichs

Ballett ist ein Kraftakt - nicht nur für die Tänzer. "Nach vier Minuten bin ich bereits nassgeschwitzt", sagt André Parfenov. Der Pianist wird beim neuen Ballettabend von Robert North auf der Bühne Musik von Franz Liszt spielen. "Liszt live ist immer spektakulär", sagt der Musiker. Und dass der Ballettdirektor ihm technisch und musikalisch immer das Höchste abverlangt, weiß er. Seit vielen Jahren ist die Zusammenarbeit von North und Parfenov Garantie für einen alle Sinne fordernden Abend. Am Samstag hat "Rhapsodie und Rumba" Premiere im Krefelder Theater.

Nun also Liszt. "Die frühen, selten gespielten Werke. Extrem virtuos. ,Große Artillerie'", sagt Parfenov. So groß, dass er die Tänzer gebeten hat, beim Bühnenumbau, ein bisschen Gnade walten zu lassen, sich langsam zu bewegen, damit er, der Pianist, kurz Luft holen kann. "Rhapsodie" ist das Herzstück, eine Uraufführung im neuen dreiteiligen Tanzabend, der durch unterschiedliche Zeiten, Stimmungen und Stilistiken führen will. Es geht um Beziehung, um Kurzgeschichten aus dem Leben, kleine Episoden, die die Musik interpretieren", sagt Sheri Cook, Assistentin und Partnerin von Robert North. Der Streit eines Paares, der bei einer Bagatelle beginnt, wächst sich analog zur Dramatik der Musik zum Beziehungskrieg aus.

Eine Szene, die in die Uraufführung eingebettet ist, ist eine zusätzliche Premiere: die erste Choreografie des Tänzers Takashi Kondo zu "La Campanella". Übersetzt heißt das "Glöckchen" - und so hat Bühnen- und Kostümbildner der Ballerina für diesen Pas de Deux einen Glockenrock entworfen. Wie das beim Tanzen funktioniert, soll das Publikum staunen lassen.

Die beiden anderen Choreografien haben eigene Vorgeschichten. Frühere Leben, sagt Sheri Cook. "Boom Boom" eröffnet den Abend mit Blues-Stimmung. Der Titel ist Tribut an den gleichnamigen Song von John Lee Hooker. Die Musik der Mississippi-Ebene, der schwarze Sound der großen Blues-Stars war für North bereits Inspiration für drei Choreografien. "In dieser Zusammensetzung hat man es so aber noch nicht gehört und gesehen", sagt Cook. Die Choreografie folge den Worten der Songs. Obwohl Englisch die Muttersprache der Kanadierin Cook ist, sagt sie: "Man kann nicht jedes Wort der Texte verstehen. Aber durch den Tanz wird alles klar."

Der dritte Teil ist mit "Rumba" überschrieben und fasst spanische Rhythmen und südländische Mentalität zusammen. Von Flamenco bis zum Jazzdance - und natürlich von der traditionellen Rumba - hat der Ballettchef sich inspirieren lassen. "Robert Norh möchte zeigen, wie musikalische Entwicklungen sich im Tanz wiederspiegeln, wie traditionelle Tanzformen sich verändern und durch neue musikalische Einflüsse auch neue Tänze entstehen", sagt Cook. Und wer sich an "Tempus fugit" erinnert, wird vielleicht Elemente wiedererkennen.

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Quelle: RP
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