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Krefeld
Ballons und Knallfeuerwerk zur Last Night

Krefeld. Der Krefelder Orgelsommer endete mit einem hochkarätigen Konzert für Chor, Orgel und Flöte. Von Mojo Mendiola

Traditionsgemäß wurde der Krefelder Orgelsommer mit der beliebten Last Night in der Kirche St. Josef beschlossen. Zum Auftakt gaben Barbara und Heinz-Peter Kortmann an Querflöte und Orgel eine Kostprobe aus dem Repertoire ihrer brandneuen CD: das "Concertino" von Cécile Chaminade (1857 - 1944).

Über den sicheren Orgelgrund erhob sich die Querflöte in stolz geschwungenen Bögen, einem Vogelflug ähnlich, kam zu kurzen Unisono-Parts mit der Orgel zusammen und fand wieder Raum für jede Menge virtuoser Triller, die den ganzen Kirchenraum mit Heiterkeit erfüllten. Die vollkommene Harmonie, die das Ehepaar beim Musizieren immer wieder spüren lässt, kam auch in dieser feinsinnigen Komposition bestens zur Geltung.

Mit Georg Philipp Telemann meldete sich dann der Crescendo-Chor zu Wort. "Das ist meine Freude" hieß das erste Lied, zur Orgelbegleitung gesungen, und brachte die Freude wahrlich ins Publikum. Es folgte das getragenere "Es segne uns Gott". Von eher ruhiger Schönheit war auch das zweite Duett der Kortmanns, das "Chaconne en Trio" von Jacques Morel (1700 - 1740). Rhythmusbetont und gesetzt wie ein Selbstgespräch begann das "Allegro vivace" aus Charles-Marie Widors Sinfonie Nr. 5, op 42, das Heinz-Peter Kortmann auf der Orgel zu immer neuen aufwühlenden Steigerungen führte. Im Satz "Allegro cantabile" spielte Barbara Kortmann ein liebliches Thema, während unter dem Klang ihrer Flöte die Orgel gurgelte wie ein kleiner Wasserlauf. In Anton Bruckners "Tota pulchra es Maria" profilierte sich vor dem Chor Sebastian Hoffmann aus dessen eigenen Reihen und erwies als begabter und stilsicherer Tenor.

Drei weitere Sätze aus der anspruchsvollen 5. Sinfonie von Widor und eine tröstliche Botschaft aus der Feder John Rutters gab es, bevor die beiden Instrumentalsolisten und der Crescendo-Chor noch einmal ihre ganze Pracht entfalteten im "Benedictus" aus Karl Jenkins' "Mass for Peace", die man unlängst in voller Länge und Schönheit aufgeführt hatte. Die Motette "Jerusalem" von Charles Hubert Parry leitete über zum britischen Finale, und richtig: Zur ersten Note von "Rule Britannia!" knallte auch der erste Luftballon - so wünscht sich das Publikum die Last Light.

Quelle: RP
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