| 00.00 Uhr

Krefeld
Barbara Adameks Auseinandersetzung mit der betäubenden Behaglichkeit

Krefeld: Barbara Adameks Auseinandersetzung mit der betäubenden Behaglichkeit
Galeristin Meta Weber stellt bis zum 20. Januar des kommenden Jahres Bildobjekte der Krefelder Künstlerin Barbara Adamek aus. Die Absolventin der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf malt mit Öl auf Edelstahl. FOTO: RP-Foto. Thomas Lammertz
Krefeld. Die Krefelder Künstlerin zeigt ihre Bildobjekte genannte Malerei auf Edelstahl in der Galerie Meta Weber. Ihr künstlerischer Schritt in die Dreidimensionalität folgt einer inneren Logik. Von Norbert Stirken

Kühle Räume, kühles Licht, kühle Gastgeberin, kühle Kunst: Barbara Adameks Malereien auf kaltem Edelstahl in der Galerie Meta Weber sind eine Auseinandersetzung mit der Behaglichkeit. Ihre nüchtern wirkenden Bilder halten den Betrachter erst einmal auf Distanz, fordern ihn, machen es ihm nicht leicht, widersetzen sich. Der blanke Stahl taucht in fast allen ihrer Arbeiten auf, die sie Bildobjekte nennt, schwingt sich vom purem Medium, vom einfachen Bildträger zum wichtigen Inhalt empor. Die Oberfläche ist gebürstet, nicht poliert. Die feinen Riefen sind gleichsam wichtige Fingerzeige, dem verführerischen ersten Eindruck zu misstrauen, genauer hinzusehen.

Die scheinbar monochromen, mit Ölfarbe gemalten Flächen entpuppen sich als stark strukturierte Gebilde, Wolkenkonstellationen, Wetterimpressionen, Herbsteindrücke in wohlig sedierender Gemütlichkeit. Scharfkantige rechtwinklige Flächen in Signalfarben durchschneiden mal schräg waagerecht, mal senkrecht den Eindruck. Sie wirken wie der Balken im Auge, der beim Betrachter den Blick auf sein Verdrängtes verhindert. Sie blenden aus, überdecken und versperren einen Teil der Wirklichkeit, bergen ein Geheimnis.

Die in Kranenburg am Niederrhein geborene Künstlerin - dort, wo Joseph Beuys in ländlicher Stille und mit bäuerlicher Fürsorge erfolgreich seine Depressionen bekämpft hat - lebt schon lange in Krefeld, hat mehrmals in der Galerie Meta Weber ausgestellt. Sie kennt die hellen Räume, ist mit ihnen vertraut. Ihre akademische Ausbildung hat sie in den 1970-er Jahren an der Staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf genossen, hat dort ihre Staatsexamen in Kunst und Kunstwissenschaft abgelegt.

Mit ihren Bildern erobert Barbara Adamek im wörtlichen Sinn die dritte Dimension, spielt mit Licht und Schatten und breitet ihre Kunst in Abhängigkeit von künstlichen und natürlichen Lichtquellen über bekannte Grenzen im Raum aus. Ähnlich einer Sonnenuhr stehen bemalte oder gestanzte, eckige und halbrunde Winkel von der Fläche ab, erzeugen Schatten. Die kleinen und unregelmäßigen Öffnungen im Edelstahl zeichnen eine feine Ornamentik - Schmuckmedaillons nicht unähnlich. Der schwere Stahl und die satten Farben können in Bewegung geraten, eine Leichtigkeit bekommen, die unerwartet ist. Barbara Adamek habe sich bereits vor 20 Jahren von der traditionellen Malerei verabschiedet, schreibt Hans Gercke für den Heidelberger Kunstverein über die Wahl-Krefelderin, die schon von einigen renommierten Firmen für große Wandarbeiten verpflichtet worden ist.

Für Adamek erfolgte der Schritt in die Dreidimensionalität aus einer inneren Logik heraus. Ihre Läufer "Gelb/Grün" und "Karminrot" sind in der Form auf das Notwendige reduziert, wirken wie skulpturale Piktogramme und halten die Balance aus Materialität und Farbigkeit.

Die Ausstellung "You're welcome" - Bildobjekte von Barbara Adamek ist in der Galerie Meta Weber im Haus Kunst und Technik, Blumentalstraße 2, noch bis zum 20. Januar 2016 zu sehen. Geöffnet ist mittwochs von 18 bis 20 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter Rufnummer 02151 773792.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Barbara Adameks Auseinandersetzung mit der betäubenden Behaglichkeit


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.