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Krefeld
Bau der Westtangente soll einen Nutzen von 275 Millionen Euro haben

Krefeld. Der Bundesverkehrswegeplan hat die Umgehungsstraße vom Inrath zum Forstwald als "vordringlich" eingestuft. Das Projekt ist 2012 auf Antrag des Regionalrats geprüft und jetzt aufgenommen worden. Von Norbert Stirken

Der Bau einer 6,5 Kilometer langen zweispurigen Westtangente vom Inrath zum Forstwald bringt laut Bundesverkehrsministerium einen volkswirtschaftlichen Nutzen in Höhe von rund 275 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen anrechenbare Kosten für den Bau der Umgehungsstraße in Höhe von 20 Millionen Euro. Kosten und Nutzen in Relation gesetzt ergibt einen Faktor größer zehn. Das hat zur Folge, dass das Projekt im neuen Bundesverkehrswegeplan in den so genannten "vordringlichen Bedarf" eingestuft wird. Mit dieser Priorität ist davon auszugehen, dass der Bundestag die Millionen für die Realisierung der Westtangente bereitzustellen gewillt ist.

In Krefeld erzeugte die Aufnahme der Westtangente in den neuen Bundesverkehrswegeplan bis zum Jahr 2030 in Politik und Verwaltung Erstaunen. Das Vorhaben galt als eher alter Hut. Es herrschte Rätselraten, auf wessen Betreiben das Bundesministerium das Krefelder Projekt aufgenommen hat. Es ist offenbar weitgehend in Vergessenheit geraten, dass der Regionalrat kurz vor Weihnachten 2012 beschlossen hat, die Westtangente und zahlreiche andere Straßenbauvorhaben zur Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan prüfen zu lassen.

Die Westtangente sei deshalb notwendig, weil die Bundesstraßen 9 und 57 als Ortsdurchfahrten in Tönisvorst und Krefeld entlastet werden sollen. In Berlin rechnen die Planer mit 31.000 Kraftfahrzeugen auf der B 57 und bis zu 19.000 auf der B 9 jeden Tag. Rund 15 Prozent davon seien Lastwagen. Die Westtangente soll den Verkehr aus der Stadt heraushalten und täglich rund 15.000 Fahrzeuge aufnehmen - 2100 davon sollen Lkw sein. In umfangreichen Hochrechnungen ermitteln die Planer Zahlen über eingesparte Fahrzeiten für Privat- und Geschäftsfahrten, für Güter- und Personenverkehr. So soll die Zeitersparnis für Spediteure und andere Güterverkehre statistisch zu geringeren Personalkosten führten. In der Summe kommen nach den Berechnungen aus Berlin alleine dafür 115 Millionen Euro zusammen.

Eine ähnliche Rechnung liegt auch für die Abgasemissionen vor: So erspare die Westtangente allein 600 Tonnen Kohlendioxid bei Personenwagen, weitere 575 Tonnen bei Lastwagen pro Jahr. Eine erhöhte Verkehrssicherheit auf einer neuen Umgehungsstraße schlägt mit 23 Millionen Euro zu Buche. Der Nutzen der Westtangente wird übrigens für einen Zeitraum von 45 Jahren unterstellt. Durch sie würden 814 Anwohner neu belastet, 813 sollen entlastet werden, steht in den Unterlagen, die öffentlich ausliegen und im Internet unter der Adresse "http://www.bvwp-projekte.de/strasse/B9-G10-NW/B9-G10-NW.html" zu finden sind.

Die Auswirkungen auf Natur und Umwelt werden insgesamt als gering angesehen. Lediglich der Flächenverbrauch "durch die Querung von zwei Landschaftsschutzgebieten" wird in die Bewertungskategorie "hoch" eingestellt.

Quelle: RP
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