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Krefeld
Bauausschuss beschließt Schließung des Karlsplatzes für Auto-Verkehr

Krefeld. Die Enttäuschung bei den Gegnern der Westwallschließung vor dem Kaiser-Wilhelm-Museum sitzt tief: Aus ihrer Sicht wird der Bürgerwille ignoriert, und so gab es nach der Abstimmung im Bauausschuss einen lautstarken Disput zwischen dem SPD-Ratsherrn Jürgen Hengst und einem Zuschauer, der die SPD als "Umfaller" bezeichnete und die Regeln der Demokratie verletzt sah. Das, so rief Hengst sichtlich erregt, müsse er sich nicht sagen lassen, zumal man mit eben jenem Mann, der nun die Demokratie gefährdet sah, zuvor stundenlang diskutiert habe. Von Jens Voss

Grund für die Erregung ist eine für das Quartier um das Museum bahnbrechende Entscheidung im Bauausschuss, wobei die Ausschussmehrheit in der Logik der repräsentativen Demokratie eben auch für einen beachtlichen Teil der Krefelder Wähler steht: Der Verwaltungsvorschlag, den Karlsplatz für den Verkehr zu schließen, die Autos um das Museum zu leiten und die Ampel an der Marktstraße durch einen Zebrastreifen mit Mittelinsel zu ersetzen, ist mit zehn zu sechs Stimmen angenommen worden. SPD, Grüne und Linke stimmten dafür, CDU und FDP dagegen.

Zuvor hatten die Dezernenten Linne (Planung) und Micus (Kultur) noch einmal eindringlich für den Verwaltungsvorschlag geworben. Linne blieb dabei, dass die Erhebung über die - nach Verwaltungsmeinung relativ geringe - Verkehrsbelastung ebenso für diese Lösung spreche wie das Ziel, die Quartiersentwicklung über einen schönen Platz mit Aufenthaltsqualität zu vollenden. Der Vorschlag der CDU, den Verkehr einspurig und bei Tempo 30 bei deutlich ersichtlicher Platzgestaltung am Museum vorbeizuführen, fand somit keine Mehrheit. Die Partei Die Linke brachte das Modell ins Spiel, den Platz zu machen, den Verkehr aber auf der Fahrbahn gegenüber dem Museum zweispurig vorbeizuleiten. Für die Grünen erläuterte Daniel John, dass "der städtebauliche Vorteil, was die Aufenthaltsqualität angeht", schwerer wiege als die Einwände der Anwohner.

FDP und CDU bekräftigten, dass sie den Willen von 1500 Bürgern, die mit Unterschriften gegen die Schließung des Karlsplatzes für Autos votierten, nicht ignorieren wollten - "man muss zur Kenntnis nehmen, dass viele Bürger dagegen sind", sagte der FDP-Ratsherr Hoffmann.

Quelle: RP
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