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Krefeld
Bauern von Gerste-Ernte enttäuscht

Krefeld. Starkregen-Ereignisse verhageln den Landwirten das Ernteergebnis.

Die Ernte von Wintergerste ist in weiten Teilen des Rheinlands abgeschlossen. Mit großer Enttäuschung blicken die Bauern in der Region auf das Ergebnis. "Die Ertragseinbußen liegen bei 15 bis 20 Prozent", stellt Paul-Christian Küskens, Vorsitzender der Krefelder Landwirte, fest. Als Grund führt er die hohen Niederschlagsmengen in Mai und Juni an. Parallel fehlte die Sonneneinstrahlung. Hierdurch würden die Körner nur unzureichend ausgebildet, sodass das sogenannte Eigengewicht der Gerste deutlich geringer ausfalle als in anderen Jahren. Angesichts der guten Witterungsbedingungen in den letzten Tagen konnte trotz der schwierigen Befahrbarkeit der Flächen die Ernte zügig eingefahren werden.

Die Erlössituation der Getreidebauern und damit deren wirtschaftliche Lage verschlechtern sich durch deutlich hinter den Mengenerwartungen zurückgebliebene Hektarerträge und niedrigere Erzeugerpreise. Bedingt durch die weltweit hohen Ernteerwartungen vor allem in Übersee und Russland liegen die Weltmarktpreise auf einem Fünf-Jahres-Tief. "Wir Bauern hängen heute mehr von den Börsen in Chicago und Paris ab, als von der Situation Vorort", so Küskens und zeigt auf, dass im vergangenen Jahrzehnt das Wohl und Wehe der Landwirtschaft vom Weltmarkt bestimmt wird. Da auch in Frankreich eine Missernte droht, könnte sich vielleicht zum Jahreswechsel der Preis wieder etwas erholen, zeigt sich Küskens angesichts der aktuellen nicht kostendeckenden Preise ein wenig optimistisch.

Auch beim Raps ergibt sich derzeit kein besseres Bild. Die Erträge liegen deutlich unter dem Vorjahresniveau. Die ersten Ergebnisse würden einen Ertragsverlust von bis zu 25 Prozent vermuten lassen. "Weder die Masse noch die Ölgehalte überzeugen", so der Vorsitzende der Kreisbauernschaft Krefeld. Raps wird heute überwiegend zu Biodiesel verarbeitet und hängt damit vom Ölmarkt ab. Als wichtiges Nebenprodukt entsteht Rapsschrot, das ein wichtiges Eiweißfutter ist. Der Absatz von Rapsschrot ist zumindest in den vergangenen Jahren stabil. "Auf unseren Feldern wächst hiermit ein wichtiges gentechnikfreies Eiweißfutter für unsere Milchkühe", so Küskens.

(jon)
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