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Krefeld
Bayer-Kunststoffsparte steigert Umsatz

Krefeld. Vor der geplanten Privatisierung von Material Science als Covestro präsentiert Bayer-Vorstandschef Marijn Dekkers die neuen Zahlen für das zweite Quartal: Der Umsatz stieg um 11,2 Prozent auf rund 3,2 Milliarden Euro. Von Norbert Stirken

Das Bayer-Kreuz in Uerdingen wird bald der Vergangenheit angehören. Es hat keinen Denkmalwert und soll abmontiert werden. Der Konzern will seine im Chempark ansässige Kunststoffsparte Material Science an die Börse bringen und verkaufen. Der Name für das neue Unternehmen steht auch schon fest: Covestro. Entsprechend groß ist das Interesse an den Wirtschaftsdaten von Bayer Material Science (BMS) für das zweite Quartal.

Rechtzeitig vor dem Verkauf zeigt sich BMS in aufstrebender Verfassung. Der Umsatz im Geschäft mit hochwertigen Polymer-Werkstoffen erhöhte sich zum Stichtag 30. Juni 2015 um 11,2 Prozent auf knapp 3,2 Milliarden Euro. Währungs- und portfoliobereinigt lag der Teilkonzern mit plus 0,6 Prozent auf dem Niveau des Vorjahresquartals. "Material Science konnte die Absatzmengen in allen Regionen erhöhen. Dem standen negative Preiseffekte, insbesondere bei Polyurethanes gegenüber", führte Bayer-Vorstandschef Marijn Dekkers aus. Insgesamt waren die Rohstoffpreise gegenüber dem Vorjahreszeitraum stark rückläufig. Der Umsatz mit Rohstoffen für Schaumstoffe (Polyurethanes) sank um 2,9 Prozent. Gestiegene Absatzmengen konnten den starken Rückgang der Absatzpreise nicht ausgleichen. Bei den hochwertigen Kunststoffen (Polycarbonates) erhöhte sich der Umsatz dank deutlich gestiegener Absatzmengen in allen Regionen um 5,3 Prozent. Hierzu trug vor allem eine verbesserte Nachfrage in der Automobilindustrie bei. Die Absatzpreise fielen insgesamt unter das Niveau des Vorjahresquartals. Im Geschäft mit Rohstoffen für Lacke, Klebstoffe und Spezialitäten stieg der Umsatz aufgrund höherer Absatzmengen um sechs Prozent. Die Absatzpreise lagen hier insgesamt leicht unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums. Der Umsatz im Bereich Industrial Operations ging infolge leicht geringerer Absatzpreise und -mengen um 2,6 Prozent zurück. Das EBITDA (eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die eine Angabe zur Rentabilität eines Unternehmens macht) vor Sondereinflüssen von Material Science habe sich laut Bayer signifikant um 87,4 Prozent auf 506 (270) Millionen Euro verbessert. Deutlich gesunkene Rohstoffpreise konnten den Rückgang der Absatzpreise überkompensieren. Gestiegene Absatzmengen sowie positive Währungseffekte von rund 80 Millionen Euro trugen ebenfalls zur Ergebnissteigerung bei.

Im ersten Halbjahr sei der Konzernumsatz um 16,5 Prozent auf fast 24 Milliarden Euro gestiegen. Den größten Beitrag dazu lieferte die Sparten Health Care, während Crop Science und Material Science auf Vorjahresniveau lagen. Für dieses Jahr erwarte BMS unverändert ein weiteres Mengenwachstum bei rückläufigen Verkaufspreisen, erklärte Bayer. Dies führe zum Umsatzrückgang. Jedoch rechnet der Teilkonzern mit deutlicher Steigerung des um Sondereinflüsse bereinigten EBITDA und will die Kapitalkosten 2015 vollständig verdienen. Fürs dritte Quartal erwartet BMS gegenüber dem Vorjahresquartal einen Umsatzrückgang und plant ein um Sondereinflüsse bereinigtes EBITDA unterhalb des Vorquartals.

Quelle: RP
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