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Krefeld
Bayer-Sportler ist Windsurf-Weltmeister

Krefeld. Der dem Segelklub Bayer Uerdingen angeschlossene Vincent Langer hat in Kroatien seinen WM-Titel verteidigt. Dabei hatte der 29 Jahre alte Profiwindsurfer gar nicht vorgehabt, an den Start zu gehen. Von Oliver Schaulandt

Die Sportstadt Krefeld hat einen weiteren Weltmeister in ihren Reihen: Profisurfer Vincent Langer, der dem Segelklub Bayer Uerdingen angeschlossen ist, hat auf der kroatischen Insel Bol die Weltmeisterschaft im Slalom-Surfen gewonnen. Damit verteidigte der 29-Jährige seinen Titel aus dem vergangenen Jahr. Insgesamt hatten 60 Männer und 21 Frauen aus 17 Nationen fünf Tage lang um den begehrten Titel des Slalom-Serienboard-Weltmeisters gekämpft.

Eigentlich hatte er nach den Teilnahmen am Weltcup im koreanischen Ursan (dort belegte er den geteilten Platz 21) und anschließend am Deutschen Windsurf-Cup im Ostseekurbad Grömitz überlegt, gar nicht erst nach Kroatien zu fliegen. "Nach Bol zu fahren, war zwar eine Entscheidung auf die letzte Minute, aber die richtige", kommentierte der in Kiel lebende Student für Geschichte und Sport seinen erneuten Titelgewinn, der ihm im vergangenen Jahr die Wahl zu Krefelds Sportler des Jahres eingebracht hatte. Langer führt zurzeit das Tableau der Deutschen Windsurf-Cup-Serie an. Einer seiner Kontrahenten dort ist übrigens ein Vereinskollege: Nationalmannschaftsmitglied Leon Delle ist ebenfalls dem Segelklub Bayer Uerdingen angeschlossen. Dessen Schwester Moana wiederum surfte auf dem RS:X-Board bei den Olympischen Spielen 2012 in London auf Platz sechs - ebenfalls unter Krefelder Flagge.

Bei der WM in Kroatien hatten die Teilnehmer mit ziemlichen Wetterkapriolen zu kämpfen. Herrschten am ersten Wettkampftag mit Böen bis zu einer Stärke von 25 Knoten nahezu ideale Bedingungen für die Surfer - die Langer dann auch prompt den Tagessieg bescherten -, mussten die Sportler am zweiten Tag an Land bleiben, weil mangelnder Wind keine Wasseraktionen zuließ. "Der Tag eins war extrem anstrengend. Um ins Finale zu kommen, muss man deutlich mehr Rennen fahren. Ein Rennen hat knapp sechs Minuten gedauert, was doppelt so lange ist wie eins beim Weltcup", schildert Langer.

Der schwache Wind machte den Teilnehmern auch an den beiden weiteren Wettkampftagen zu schaffen. So bleib am dritten Tag nur ein Zeitfenster von gut drei Stunden zum Surfen, und auch das funktionierte nur, weil die gesamten Teilnehmer bereits auf einer Sandbank ausharrten, um möglichst zügig starten zu können, sobald der Wind auffrischte. Am Finaltag wehte es bereits am Morgen ordentlich, doch nach den Vorrunden, bei denen sich Langer ins Halbfinale und Finale kämpfte, schwächelte der Wind erneut. Das Finale wurde zweimal gestartet und wieder abgebrochen, bevor Versuch Nummer drei dann endlich gelang. "Das Finale war bei uns am untersten Limit. Der erste Abbruch war ganz besonders ärgerlich für Marco Begalli aus Italien, da er das Feld bis kurz vor dem Ziel anführte. Im letzten Versuch habe ich einen perfekten Start erwischt. Jetzt bin ich natürlich überglücklich", sagte Langer, der mit der Idealpunktzahl von 1,4 seinen zweiten Weltmeistertitel vor Enrico Marotti aus Kroatien und dem Franzosen Basile Jaquin gewann.

Quelle: RP
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