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Krefeld
Bayer-Symphoniker: Mit Klasse, Schwung und Eleganz

Krefeld. Anspruchsvolle Klassik plus schwungvolle Unterhaltung - diesen Brückenschlag in einem Konzert bewältigten am Sonntag die Bayer-Symphoniker im Seidenweberhaus, und zwei tolle Nachwuchskünstler am Klavier standen dabei besonders im Fokus.

Das Klavierkonzert Nr. 2 in c-Moll op. 18 von Sergej Rachmaninow füllte die erste Hälfte, und am Shigeru-Flügel, einer Leihgabe von Kawai, saß Dinara Klinton. Dynamisch schlug sie die ersten Akkorde an, ehe sie von den Wellen der Symphoniker umspült und mitgenommen wurden. Ihr Spiel blieb während des ersten Satzes eingebunden wie eine Stimme des Orchesters selbst, und gemeinsam schwangen sie sich durch das Auf und Ab einer starken Melodie. Hohe Fingerfertigkeit war nichtsdestoweniger gefragt, noch mehr im zweiten Satz und seinen Zwiegesprächen zwischen Klinton und einzelnen Blasinstrumenten. Verspielt und in helleren Farben begann der lyrische dritte Satz, dennoch schwierig mit vertrackten kleinen Läufen und Trillern für die Solistin und diesmal mit konventioneller Rollenverteilung zwischen Ihr und Orchester. Unter der Leitung von Thomas Schlerka - inzwischen gut mit den "Bayern" zusammengewachsen - erfreuten sie gemeinsam mit sauberem Vortrag, mit starkem Ausdruck und auch mit einem schönen Klangbild, was im Seidenweberhaus bekanntlich nicht einfach ist. Donnernder Applaus und eine kleine Zugabe begleiteten in die Pause, und danach kam die leichte Muse zu ihrem Recht.

"There's No Business Like Showbusiness" war die erste Melodie eines Musical-Medleys aus der Feder Bob Krogstads, und man bewältigte das Genre mit Schwung und Eleganz. Bravo-Rufe erntete auch "Gabriels Oboe" von Ennio Morricone. Für Leroy Andersons Piano Concerto in C nahm Christoph Stöber (24) am Flügel Platz, seiner Jugend zum Trotz bereits namhafter Spezialist für zeitgenössische Musik. Während Schlerka und seine Uerdinger ihr Feingefühl für die amerikanische Musikkultur bewiesen, brillierte Stöber mit federleichtem Anschlag, aber konturiertem Ton und klarem Verständnis in den Stimmungen der drei Sätze. Ein weiteres Broadway-Medley, diesmal von Charles Sayre, beschloss das gelungene und stürmisch bejubelte Konzert.

(mojo)
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