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Krefeld
Beatsteaks sind vom Publikum in der Kulturfabrik begeistert

Krefeld: Beatsteaks sind vom Publikum in der Kulturfabrik begeistert
Sänger Arnim Teutoburg-Weiß zeigte sich bei der Geburtstagstour in bester Sangeslaune. Der Abend wurde zum Ausnahmekonzert: Bierbecher flogen durch die Luft, die Menge tanzte, hüpfte und sprang - der Auftritt der Berliner Band Beatsteaks in der Kulturfabrik am Dienstagabend war eine große Party. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Diese Band gehört neben den "Ärzten" und den "Toten Hosen" zu den kommerziell erfolgreichsten Punkrockbands Deutschlands. 900 Fans feiern die Beatsteaks in der Kufa - ein magischer Abend. Von Esther Mai

Kaum sind die letzten Töne des Police-Covers "So Lonely" verklungen, kullern bei der jungen Frau die Freudentränen. Dass die Musiker sich in den Arm nehmen und sich vor dem Publikum verbeugen, nimmt sie nur noch wie durch einen Nebel wahr. Auch dass Sänger Arnim "Krefeld, ihr habt uns sprachlos gemacht" ruft, geht an ihr vorbei. Sie ist mehr als sprachlos. Sie kann gar nicht glauben, was ihr heute passiert ist. Sie hat ein Konzert ihrer Lieblingsband gesehen. Sie bräuchte nur einmal die Hand auszustrecken, dann könnte sie die Musiker berühren. Ihre Lieblingsmusiker. Die Beatsteaks. So nah war Susanne Hahn noch nie an der Bühne, so nah an ihren Idolen dran.

Die Berliner Band spielt normalerweise Konzerte in riesigen Hallen, doch heute ist alles anders. Die Beatsteaks feiern Geburtstag. Nicht die Volljährigkeit, sondern ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Und das tun sie nicht nur mit Mega-Konzerten, sondern auch mit einem Trip zurück zu den Wurzeln. Sie wollen mit den Fans feiern, in kleinen Clubs, jeder soll hautnah dabei sein - das heißt: jeder, der schnell genug ein Ticket ergattern kann. Die Show in der Krefelder Kulturfabrik war innerhalb weniger Minuten ausverkauft. Kein Rockmusikfan wollte sich die Gelegenheit entgehen lassen, die große Band in so kleinem Rahmen zu bewundern.

Und nicht nur die Größe der Halle ist etwas Besonderes, sondern auch die Bühnenshow. Eine festgelegte Setlist gibt es nicht, die Jungs spielen, wozu sie und ihre Fans gerade Lust haben. Das erinnert wirklich an die alten Zeiten, als die Leute noch "Beat-was?" fragten, wenn man von einem einzigartigen Konzerterlebnis erzählte. Lust hatten die Berliner Jungs dann erstmal auf Klassiker - bei "Hello Joe" und "Hand in Hand" lassen sich die ersten Crowdsurfer über die Köpfe der anderen Zuschauer in Richtung Bühne tragen. Bierbecher fliegen durch die Luft, die Menge tanzt, hüpft und springt. Es ist Dienstag, doch den Zuschauern ist es egal, dass sie morgen vielleicht arbeiten müssen. Das ist eine besondere Nacht; das wird es nur einmal geben. Die Beatsteaks in der Kufa. "Hier ist eine Party, als ob heute Samstag wäre. Dabei ist mitten in der Woche", sagt Arnim. Und kann selbst nicht glauben, was er sieht. Auf seinen Lieblingsfestivals hat er schon gespielt, riesige Hallen gerockt. Und die Zuschauer in der Kufa schaffen es, ihn sprachlos zu machen.

Sie singen jeden Song mit, überraschen mit Geburtstagsständchen, springen auf Kommando hoch, hören den leiseren Tönen zu - und lassen, wie sie gebeten wurden, die Smartphones in der Tasche stecken. Zwei Stunden lang begleiten sie die Beatsteaks quer durch das umfangreiche Repertoire, das sich zwischen Punksongs, groovigen Nummern und harten Alternative-Nummern bewegt. "I don't care as long as you sing" könnte nach "Gentleman of the year" eine großartige Endnummer sein, bei der alle nochmal die Reserven mobilisieren, tanzen, lauthals mitsingen - aber dann kommen die Jungs doch nochmal auf die Bühne und rocken die Fans mit "So Lonely" nochmal so richtig kaputt. Die Klamotten kleben am Körper, die Luft in der Halle ist mittlerweile doppelt so warm. Den Zuschauern ist es egal - sie sind glücklich.

Quelle: RP
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