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Krefeld
Beim Museumsvorplatz setzt sich Gerritz von seinen Genossen ab

Krefeld. Braucht Krefeld einen Museumsvorplatz? Oder wäre der Bereich hinter dem Museum nicht besser geeignet? Diese Fragen wirft Eugen Gerritz, langjähriger SPD-Politiker, jetzt in die Diskussion um den Westwall. Den Aufruf der neuen Initiative von Künstlern und Anwohnern für einen autofreien Platz vor dem Kaiser-Wilhelm-Museum will Gerritz nicht unterstützen. Das teilt er der Initiatorin Brigitta Heidtmann in einem Brief mit, der unserer Redaktion vorliegt. Vier Argumente führt Gerritz auf und stellt sich damit gegen die Meinung der Verwaltung und der Fraktion-Fraktion. Von Petra Diederichs

Und damit lässt Gerritz eine alte Idee der Krefelder Sozialdemokraten wieder aufleben: den Platz hinter dem Museum zu nutzen. "Die SPD hatte vor 25 Jahren die Idee, die Straße hinter dem Museum zu schließen und in den nächsten Jahrzehnten Haus für Haus aufzukaufen und mit dem Museum zu verbinden." In diesen Häusern wäre Platz gewesen für die Museumsbibliothek, eine Grafikabteilung, ein Restaurant und Café. "Dort wäre ein Platz entstanden, auf dem sich alles Leben hätte entwickeln können." Diese Chance besteht heute nicht mehr, zumal der Ankauf einer Häuserzeile langwierig wäre. Gerritz ärgert es, dass "stattdessen nun der Westwallverkehr an den Besuchertischen vorbeigeführt werden" soll.

Ein weiteres Argument ist für den Mann, der über Jahrzehnte die Kulturpolitik mitgestaltet hat, die Historie: "Der Westwall ist Teil des Krefelder Wallsystems." Das sei allerdings "am Ostwall bereits auf arge Weise drangsaliert durch einen 120 Meter langen Bahnsteig". Und er verweist darauf, dass ein Platz nicht entstehe, indem man ihn "aus einer unter Denkmalschutz stehenenden Allee herausschneidet."

Auch architektonisch spricht für Gerritz nichts für einen Museumsvorplatz, wie ihn sich die Initiatoren wünschen. Den neu gestalteten Eingang mit dem engeren Treppenhaus, das nicht mehr den epochalen Charakter von vorher hat, hält Gerritz als Öffnung zu einem wie immer gestalteten Platz für ungeeignet. Das frühere Foyer mit den ausladenden Freitreppen sei dem Museumsgebäude architektonisch besser gerecht geworden.

Gerritz rät: "Krefelds Künstler täten gut daran, das Rathaus von der Idee abzubringen, vor dem Museum auf jenem Gelände, das man eben nach Joseph Beuys benannt hat, den ersten Wilhelm aufzustellen und ihn unter einer gigantischen Käseglocke zu präsentieren." Das sei eine "Lachnummer", die angetan sei, dass dort Schmierereien angebracht würden. Man solle den Kaiser dort belassen, wo er seit Jahren gelassen stehe.

Quelle: RP
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