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Krefeld
Berufsorientierung für Schüler

Krefeld. Am heutigen Mittwoch können sich Schüler in rund 230 Ausbildungsbetrieben in der Region über Wunsch-Berufe informieren. Mehr als 80 Krefelder Unternehmen öffnen ihre Türen. Von Anke Kronemeyer

Zahlreiche Wirtschaftsbetriebe und Krankenhäuser, aber auch die Bönders GMBH Spedition, Canon oder die Caritas, Dr. Boventer-Apotheken, Reisebüros, Sparkasse, Stadtverwaltung, Bundeswehr, die Hochschule Niederrhein, Tölke und Fischer, die Volksbank oder die Wohnstätte Krefeld AG: Rund 80 Krefelder Firmen und Unternehmen laden Schüler der Jahrgangsstufen 9 bis 13 für den heutigen Mittwoch von 13 bis 17 Uhr ein, um einen Beruf ihrer Wahl zu finden.

"Immer mehr Jugendliche wissen nicht genau, was sie nach der Schule machen wollen," weiß Petra Pigerl-Radtke, bei der IHK Mittlerer Niederrhein Geschäftsführerin und für Aus- und Weiterbildung zuständig. Darum haben sich vor sieben Jahren 19 Initiatoren aus Krefeld, Mönchengladbach, dem Kreis Viersen, und dem Kreis Neuss zur Check-In-Berufswelt-Aktion zusammengeschlossen. Es gibt 33 "Check In"-Schulen in den vier Regionen, aber auch Schüler aus anderen Schulen können sich beteiligen.

Mehr als 4500 Schüler haben im vergangenen Jahr in allen Orten mitgemacht und sich in Werkstätten, Handwerksbetrieben oder in Autohäusern umgeschaut. "Das ist auch für die Firmen eine gute Gelegenheit, Azubi-Marketing zu machen", so Thomas Feldges als Leiter des "Check In"-Organisationsbüros. Vorteil der praktischen Erfahrung an einem solchen Nachmittag: "Es hält auch die Abbrecherquoten niedrig." Am heutigen Mittwoch werden ganz gezielt Ausbildungsplätze vermittelt. "Es sind noch welche frei", weiß Pigerl-Radtke. "Wer am 1. August oder 1. September anfangen will, hat noch gute Chancen auf einen Platz." Entscheidend sei, dass die Jugendlichen wissen, "worauf sie Lust haben".

Denn genau das, weiß auch Paul Neukirchen als Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Niederrhein, sei das Problem. Innerhalb des Handwerks könnten die Schüler 50 Berufe kennenlernen. "Es gibt aber nicht nur Friseure, Kaufleute oder Mechatroniker", so Neukirchen. "Die Wirklichkeit bei uns im Handwerk ist vielfältiger." Er kritisiert zudem den "Akademisierungswahn", der damit zusammen hänge, dass viele nicht wüssten, was sie beruflich machen wollen. Mehr als die Hälfte eines Abi-Jahrgangs ginge zur Uni; von ihnen seien aber wieder 40 Prozent Abbrecher. "Viele wären besser im dualen System aufgehoben", glaubt Neukirchen und wirbt damit um eine Ausbildung im Handwerk. Viele Gymnasiasten seien nicht zu erreichen. "Das ist schwierig, schädlich und schade für junge Leute, die sich breiter orientieren wollen", macht Neukirchen klar. "Auch im Handwerk können wir gute Abiturienten gebrauchen."

Die Bundesagentur für Arbeit ist beim "Check In"-Tag auch dabei. Sie vermittelt nicht nur Ausbildungs- und Arbeitsstellen, sondern ist auch einer der großen Arbeitgeber in der Region. Bei der Schwerpunktaktion am morgigen Donnerstag: "Mittelpunkt Mensch" werden Berufsfelder aus dem sozialen Bereich vorgestellt. Dirk Strangfeld, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit: "Wir wollen beim Check-In-Tag vor allem für Information und Transparenz bei den Berufen sorgen."

Quelle: RP
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