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Krefeld
Beschlossen: Mehr Tempo 30 in der City

Krefeld: Beschlossen: Mehr Tempo 30 in der City
Die Breite Straße wird künftig Tempo-30-Zone werden. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Im Kernbereich der Innenstadt soll es nur noch Tempo 30 geben. Die jetzt verabschiedete Neuregelung betrifft vor allem die Breite Straße. Die St.-Anton-Straße und der Nordwall sind mit Rücksicht auf den ÖPNV ausgenommen. Von Henning Rasche

Im Kernbereich der Innenstadt sollen Kraftfahrzeuge schon bald nicht mehr schneller als 30 Stundenkilometer fahren dürfen. Der Planungsausschuss hat am späten Mittwochabend in seiner Sitzung beschlossen, sämtliche Straßen innerhalb der Wälle und drei der vier Wälle mit Tempo 30 zu beschildern. Davon ausgenommen sind der Nordwall und die St.-Anton-Straße. Dort hatte die SWK Mobil interveniert, weil Straßenbahnen und Busse deutlich längere Fahrzeiten bekommen hätten.

Weite Teile innerhalb der Innenstadt und den vier Wällen sind bereits auf höchstens 30 Stundenkilometer begrenzt oder gänzlich verkehrsberuhigt. Zu den Tempo-30-Strecken zählen Ostwall, Südwall, Teile des Westwalls und der Friedrichstraße. Die Breite Straße ist laut Beschlussvorlage neben der St.-Anton-Straße die einzige, in der noch 50 Stundenkilometer gefahren werden dürfen. Die Breite Straße und Teile des Westwalls werden demnach die einzigen Straßen sein, die unmittelbar von dem Beschluss betroffen sind. Dort wird die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 begrenzt. Die Kosten hierfür betragen insgesamt rund 6200 Euro - hauptsächlich für neue Schilder. Die Umsetzung soll bis Ende des Jahres erfolgen.

Rechtlich ist es nicht möglich, die gesamte Innenstadt geschlossen zur Tempo-30-Zone zu erklären. Der Planungsausschuss greift daher auf verschiedene Regelungen zurück, also etwa auf Lärmschutzmaßnahmen oder den Luftreinhalteplan. Hauptstraßen können nach der Straßenverkehrsordnung nur dann von der 50er- zur 30er-Zone erklärt werden, wenn dort ein Unfallschwerpunkt besteht. Das Bundesverkehrsministerium plant aber derzeit, diese Vorgabe zu lockern. Dadurch würde es für die Stadt deutlich leichter, Tempo-30-Zonen zu errichten, weil sie nicht jede einzelne begründen müsste.

In einem weiteren Schritt, der aber derzeit aus Kostengründen noch nicht umgesetzt wird, sollen andere Straßen im Innenstadtring zumindest nachts auf Tempo 30 begrenzt werden. Das gilt etwa für die Philadelphiastraße, die durch die mangelhafte Fahrbahndecke als erhebliche Lärmquelle gilt.

Die SWK Mobil als Betreiber des Öffentlichen Personennahverkehrs in Krefeld "kann mit dem Beschluss leben", wie ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage erklärte. Dadurch, dass die St.-Anton-Straße und der Nordwall nicht umgewidmet würden, sei der Straßenbahnverkehr nicht betroffen. Nur die Buslinie 51 falle in diese Maßnahme, das sei aber "verkraftbar". Andernfalls würden die Betriebskosten um 1,5 Millionen Euro steigen, heißt es in der Vorlage. Die Straßenbahnen würden langsamer und der ÖPNV verlöre an Attraktivität. Deswegen seien die Ausnahmen wichtig, betonte der Sprecher.

Heidi Matthias, Fraktionsvorsitzende der Grünen, lobte den Beschluss als "ersten Schritt in die richtige Richtung". Sie sei erleichtert und froh, dass nun insbesondere der Sicherheit Rechnung getragen würde. Der Bremsweg und die Reaktionszeit seien bei Tempo 30 deutlich geringer. "Wir nehmen damit Rücksicht auf Fahrradfahrer und Fußgänger", freute sie sich. Allerdings müsste diese Entwicklung noch weitergehen.

Jürgen Wettingfeld von der CDU-Fraktion geißelte den Beschluss des Planungsausschusses auf Anfrage als "unnötig". Er führe zu einer "Überregulierung und schlimmstenfalls zu einer Störung des Verkehrsflusses." Man solle sich lieber darauf konzentrieren, dass der Verkehr an der neuen Haltestelle wirkungsvoll kontrolliert werde, sagte Wettingfeld. Allein die CDU hatte gegen den Beschluss gestimmt.

FDP-Chef Joachim C. Heitmann betonte: "Tempo 30 macht den Kernbereich der Innenstadt attraktiver und ist als Ergänzung zur Fußgängerzone sehr sinnvoll."

Quelle: RP
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