| 00.00 Uhr

Krefeld
Bettler für einen Tag: Bahnhofsmission erlaubt Blickwechsel

Krefeld: Bettler für einen Tag: Bahnhofsmission erlaubt Blickwechsel
Blickwechsel - Teilnehmer des Tags der Bahnhofsmission konnten in Krefeld nachempfinden, wie sich Bettler fühlen. FOTO: Lammertz, Thomas (lamm)
Krefeld. Eine ungewöhnliche Aktion hat die Krefelder Bahnhofsmission bei ihrem Aktionstag am vergangenen Samstag vorgeschlagen. Besucher sollten sich wie Bettler im Bahnhof auf den Boden setzen, um nachzuempfinden, wie es Bedürftigen ergeht. Ein "Blickwechsel", so das Motto des Tages, sollte dadurch erfolgen.

"Für die Teilnehmer war es ein schockierendes Erlebnis, wie gleichgültig die Menschen an ihnen vorbeiziehen" sagte Ute Clevers, Leiterin der Bahnhofsmission. Immerhin sei das Ergebnis aber vorzeigbar gewesen: 17 Euro wurden dabei eingenommen.

Am deutschlandweiten Tag der Bahnhofsmission nahmen in Krefeld 120 Menschen teil. Sie trafen sich auf der Terrasse der Bahnhofsmission auf Gleis 1 zum Gottesdienst, zum Gespräch bei Kaffee und Kuchen oder im Eingangsbereich zum Gesang mit der Band Pop & Rock Orchester auf Fischeln.

"Meine 25 Ehrenamtlichen und ich haben uns einige überraschende Aktionen zum Thema Blickwechsel ausgedacht", sagte Ute Clevers und erklärte weiter: "Viele kennen das Spiel: man setzt sich an einen Tisch mit einem kleinen Spiegel vor sich, darunter ein Blatt Papier. Mit einem Stift bewaffnet malt man sich dann sein eigenes Porträt. Und rund 30 Interessierte haben dabei mitgemacht - eine ganz stattliche Zahl", freut sie sich. Sie hat diesen Tag mit einem lachenden und einem weinenden Auge begleitet. Nach sechs Jahren in Krefeld wechselt sie als Ehrenamtskoordinatorin für Flüchtlinge zur Diakonie nach Düsseldorf.

(tine)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Krefeld: Bettler für einen Tag: Bahnhofsmission erlaubt Blickwechsel


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.