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Krefeld
Bezirksregierung stoppt Hauptschulpläne

Krefeld: Bezirksregierung stoppt Hauptschulpläne
Einen Hauptschulbildungsgang soll es in Krefeld zunächst nur an der Albert-Schweitzer-Realschule geben. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Der Hauptschulbildungsgang ab Klasse 7 wird ab Sommer 2017 nur an der Albert-Schweitzer-Realschule angeboten. Anders als die Stadtverwaltung hält die Bezirksregierung diese Einrichtung an nur einer Realschule für ausreichend. Von Joachim Niessen

Krefelder Schüler werden künftig den Hauptschulabschluss auch an einer Realschule machen können. Die Genehmigung des entsprechenden Antrags hat die Bezirksregierung Düsseldorf als Aufsichtsbehörde allerdings nur für die Albert-Schweitzer-Realschule in Aussicht gestellt. Die Stadtverwaltung wollte dieses Modell auch an den beiden anderen Realschulen der Stadt einführen. Das lehnt die Bezirksregierung jedoch ab. Der Stadtrat hatte im Dezember vergangenen Jahres beschlossen, zum kommenden Schuljahr von der neuen schulrechtlichen Möglichkeit - des Paragraf 132c Schulgesetz NRW - Gebrauch zu machen, da inzwischen alle Krefelder Hauptschulen auslaufen.

In das Genehmigungsverfahren einbezogen war wegen der besonderen Bedeutung auch das Schulministerium. Die geplanten Hauptschulbildungsgänge an den Krefelder Realschulen werden von beiden Behörden in diesem Zusammenhang als "zukunftsfähige Maßnahmen zur Sicherung von Bildungswegen" bezeichnet und seien im vorliegenden Fall grundsätzlich bereits zum Schuljahr 2017/2018 genehmigungsfähig.

"Wir sind froh, dass Ministerium und Bezirksregierung unserer Sichtweise gefolgt sind. Realschüler müssen nun nicht mehr die Schulform wechseln, wenn sich nach der Orientierungsstufe (Klassen 5 und 6) herausstellt, dass der Hauptschulbildungsgang besser zu ihnen passt", erklärt Jürgen Maas, Leiter der Krefelder Schulverwaltung. Allerdings gab es unterschiedliche Auffassungen zwischen Stadt und Bezirksregierung hinsichtlich der zu erwartenden Schülerzahlen: "Die Zahl der Wechsler von Realschulen auf Hauptschulen nach Klasse 6 lag in den vergangenen Jahren durchschnittlich bei knapp 20 und ist zuletzt deutlich angestiegen", so Maas. Zudem sei auch in höheren Jahrgangsstufen stets eine beträchtliche Zahl von Schulformwechslern zu vermelden. "Da in Krefeld seit Sommer 2016 keine Hauptschulen mehr Fünftklässler aufnehmen, gibt es zunehmend mehr Kinder, die mit einer Hauptschulempfehlung die Realschulen besuchen", ergänzt der Verwaltungsexperte. Deshalb sei die Stadt davon ausgegangen, dass es notwendig ist, an allen drei verbliebenen Realschulen in der Stadt die Option des Hauptschulbildungsganges ab Klasse 7 vorzusehen.

Die Bezirksregierung sieht das anders: Durch "Maßnahmen der individuellen Förderung und Wahrnehmung der Bildungsverantwortung" sei die Rate der Schulformwechsler an den verbliebenen Realschulen jüngst um 50 Prozent gesenkt worden. Die Aufsichtsbehörde gehe weiter davon aus, dass auch für die Zukunft "trotz eines erhöhten Anteils von Schülerinnen und Schülern mit Hauptschulempfehlung oder eingeschränkter Realschulempfehlung die Zahl der Schulformwechsler an der Realschule sinkt". Aus diesem Grund hält die Genehmigungsbehörde es für ausreichend, die Einrichtung des Hauptschulbildungsganges zunächst nur an einer Realschule vorzusehen; sie hat hierfür die Albert-Schweitzer-Schule benannt. Maas: "Sollten sich die Zahlen tatsächlich anders entwickeln als in der Vergangenheit, lasse ich mich gerne korrigieren. Es kann nur zum Wohle unserer Kinder und Jugendlichen sein, wenn sie an der von ihnen ursprünglich gewählten Schule verbleiben können und dort bestmöglich gefördert werden."

Quelle: RP
 
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