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Krefeld
Bezirksvertretung Hüls will künftig auch andernorts tagen

Krefeld. Weil das Obergeschoss des Hülser Rathauses mit Sitzungssaal und Trauzimmern für Rollstuhlfahrer nicht und für Gehbehinderte nur schwer zugänglich ist, will die Bezirksvertretung auf eigenen Beschluss in der jüngsten Sitzung künftig auch in ebenerdigen öffentlichen Räumen in Hüls tagen.

Mit der Bemerkung, Barrierefreiheit in einem bestehenden Gebäude sei nicht einfach, leitete Uwe Linke vom Fachbereich Zentrales Gebäudemanagement seine Ausführungen ein, als der Tagesordnungspunkt "Barrierefreier Zugang zum Rathaus Hüls" aufgerufen wurde. Als einzige realisierbare Möglichkeit nannte er einen Aufzug am zweiten Eingang des Rathauses. Die Kosten für den reinen Aufzug mit kleineren Nebenarbeiten schätzte er - "ohne Reserven" - auf etwa 70 000 Euro. Eigentlich müsste der Einbau eines Aufzugs aber um eine Toilettenanlage ergänzt werden, sagte Linke, "wobei wir da Normansprüchen unterliegen". Eventuell könne man dafür etwas vom Raum, abzwacken, wo bisher die Polizei sitzt, meinte Linke, der auf das Stirnrunzeln einiger Bezirksvertreter ergänzte: "Nun ja, wahrscheinlich der ganze Raum."

Bezirksvorsteher Hans Butzen (SPD) verwies in diesem Zusammenhang auf einen Abstellraum neben der Mitarbeitertoilette und konstatierte, dass seine Fraktion genau die 70 000 Euro beantragt habe, die auch im Haushalt etatisiert seien. Timo Kühn (CDU) konterte und verwies auf 150 000 Euro, die die SPD beantragt habe und fragte nach Folgekosten, beispielsweise für den Brandschutz. "Wir fürchten, dass die Maßnahme weit über 150 000 Euro hinausläuft." Wenn man das Rathaus brandschutztechnisch untersuche, meinte Butzen etwas flapsig, wäre es wahrscheinlich überhaupt nicht mehr nutzbar. - Das Haus wurde zuletzt 2001 für 60 000 Euro brandschutztechnisch ertüchtigt, teilte die Stadt auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Martin Reyer (SPD) erklärte in Richtung Kühn, seine Fraktion wisse, dass 70 000 Euro für die Barrierefreiheit nicht ausreichten. Deshalb habe sie auch 150 000 Euro - aber verteilt auf zwei Jahre - beantragt. Butzen erklärte, er werde sich im Stadtrat für die Etatisierung der Finanzmittel einsetzen.

Einstimmig folgte die Bezirksvertretung dem SPD-Antrag, die Verwaltung möge prüfen, ob und mit welchem finanziellen Aufwand die Barrierefreiheit des Rathauses, aber jedenfalls der barreirefreie Zugang zum 1. OG realisierbar sei und welche Möglichkeiten für eine Anpassung oder einen Umbau möglich sind. Bis zur Realisierung will die Bezirksvertretung auch gelegentlich in anderen öffentlichen ebenerdigen Räumen tagen.

(lez)
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