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Serie Besondere Kleingärten
Bienenhonig aus den Gärten am Dahlerdyk

Krefeld. Hobbyimker Ewald Schöner hält vier Bienenvölker in seinem Kleingarten. Seine Frau Michaela macht auch Wein. Von Jochen Lenzen

Kliedbruch Vier Bienenvölker produzieren im Kleingarten von Ewald und Michaela Schöner bis zu 50 Kilo Honig im Jahr. "Diesmal wird die Ernte allerdings wegen des vielen Regens deutlich geringer ausfallen", sagt der 63-jährige Imker, der sein Hobby aus Rumänien, seinem und dem Heimatland seiner Frau, mitgebracht hat. "Wir wollten unbedingt mit der Imkerei weitermachen, als wir den Garten vor 16 Jahren gepachtet haben, denn Bienen sorgen dafür, dass die Pflanzen Früchte bringen", sagen die beiden. Ihre Bienenstöcke sind zumindest in der 60 Gärten umfassenden Anlage des Gartenbauvereins Dahlerdyk einzigartig.

Den Honig schleudert Ewald Schöner in der Zentrifuge aus den Waben, die in der Laube untergebracht ist. Im Garten steht dagegen als ein ganz seltenes Konstrukt eine "Solarschmelze", die der gelernte Schlosser selbst gebaut hat. Das Gestell ist schräg in den südlichen Himmel ausgerichtet und nimmt dem Imker die Reinigung der Waben ab. "Bei Sonnenschein wird es darin bis zu 90 Grad warm, so dass das Wachs in den Waben schmilzt und herabläuft", erklärt Schöner.

Doch nicht nur der Honig "made in Kliedbruch" ist eine Besonderheit aus dem Kleingarten der Schöners, die 1994 nach Krefeld gekommen waren. Michaela Schöner, die gelernte Elektrotechnikerin, hat auch ein Händchen für Weintrauben. Die gedeihen reichlich an den 20 Rebstöcken in ihrem und den beiden benachbarten Gärten ihrer Kinder Karina und Rolf, der übrigens der Vorsitzende des GBV Dahlerdyk ist. Die fast ausschließlich roten Trauben können von der Rebe weggegessen werden, denn sie werden nicht gespritzt. Was übrig bleibt, wird zu Saft verarbeitet. Ja, und aus etwa 20 Prozent der Trauben machen die Schöners Wein. Sechs bis sieben Liter kommen so zusammen - und das reicht ihnen, denn bis auf Michaela Schöner, die "ab und zu mal ein Gläschen" trinkt, besteht die Familie aus Antialkoholikern.

"Eigentlich kann jeder Wein machen. So schwierig ist da ja nicht", sagt die 52 Jahre alte Kleingärtnerin, deren Familie in Rumänien das bereits seit Generationen tut. "Wir haben die gepressten Trauben eine Woche stehenlassen, bis der gesamte Saft abgeflossen war, ihn ohne jegliche Zutaten zum Gären in einen Glasballon gefüllt und gewartet, bis die Gärung von selbst aufhörte. Mehr nicht", erzählt sie. Und der Wein ist in der Tat äußerst schmackhaft.

Was Michaela, Ewald, Karina und Rolf Schöner mit seiner Frau Elena auf ihren Nutzgartenflächen und den Gewächshäuschen anbauen, wird frisch verzehrt, zu Saft gepresst oder eingemacht. Dazu gehören Kartoffeln, verschiedene Tomatensorten, Peperoni, Gurken und Paprika. Etliche Sorten haben sie von ihren jährlichen Besuchen in Rumänien mit nach Krefeld gebracht und weitergezüchtet. "Die ganze Familie kann sich aus unseren drei Gärten ernähren, ohne Obst oder Gemüse einkaufen zu müssen", sagt Ewald Schöner. Dafür müssen die Kleingärtner aber auch fast täglich - vom Frühling bis in den Winter - und bei jedem Wetter im Garten sein. "Nicht zuletzt wegen der Fische im Teich - und der Katze, die uns zugelaufen ist."

Quelle: RP
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