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Krefeld
Bildung für Flüchtlinge - Experten optimistisch

Krefeld: Bildung für Flüchtlinge - Experten optimistisch
Im Hörsaal der Hochschule im neuen Gebäudekomplex an der Obergath in Krefeld fanden sich rund 70 Zuhörer ein. FOTO: Friedrich-Naumann-Stiftung
Krefeld. Vier Experten diskutierten in der Hochschule die Herausforderungen, Flüchtlinge an die Unis und in Berufe zu bringen.

Bei manchem Besucher der Podiumsdiskussion in der Hochschule mag nach der Veranstaltung die Zuversicht gewachsen sein, dass Deutschland die Integration von Millionen Flüchtlingen wird schaffen können.

Die liberale Hochschulgruppe hatte mit der Friedrich-Naumann-Stiftung zur Diskussion eingeladen: Vier Experten redeten unter der Überschrift "Zuwanderung nach Deutschland - Perspektiven für Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung?" - die Soziologin Flavia Nebauer, die Zuwanderer an der Hochschule betreut, IHK-Chef Jürgen Steinmetz, FDP-NRW-Generalsekretär Johannes Vogel und Markus Kressler, der aus der Schweiz angereist war und eine Online-Universität für Flüchtlinge gegründet hat. Moderator war RP-Redakteur Sebastian Peters. Es war weniger eine kontroverse Debatte als vielmehr ein tiefergehender Austausch. Derzeit wird die Zuwanderungsdebatte vom Thema Innere Sicherheit dominiert.

Bei der Diskussion schauten die Experten in die Zukunft, zeigten Chancen der Zuwanderung auf und gaben sich zuversichtlich, dass es gelingt, einen Großteil der Flüchtlinge in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Sie verschwiegen aber die Herausforderungen nicht. FDP-Generalsekretär Vogel machte deutlich, dass seine Partei die Aufnahme von Flüchtlingen begrüße - allerdings müsste festgelegt werden, dass diese in die Heimatländer gehen, wenn dort wieder Frieden herrscht. Der Hebel sei ein neues Einwanderungsgesetz - wer Arbeit habe, integriert sei, könne bleiben. Bestaunt wurde das Projekt von Markus Kressler: An seiner Kiron-University können Flüchtlinge online studieren, weit über 1000 haben sich angemeldet. Die Universitäten können ihren Lernstoff dort hochladen. Auch an der HN gebe es Betreuung für Flüchtlinge, betont Flavia Nebauer. Bezahlte Tutoren begleiten Flüchtlingsstudenten. Sie hatte auch ein Beispiel, das Lücken im System offenlegt. Nebauer berichtete von einem ihrer Absolventen, Ingenieur, der sich bei Unternehmen beworben hat, allerdings nirgendwo genommen wurde. IHK-Chef Steinmetz und FDP-Sekretär Vogel waren sich einig: Es gebe zu viele Zertifikate, Flüchtlinge müssten schnell in Arbeit, notfalls über verlängerte Praktika.

Quelle: RP
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