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Krefeld
Bis 2030: Zahl der Haushalte wächst in Krefeld auf 124.700

Krefeld. In der Volksbank fand die NRW-Regionalkonferenz "Wohnungsbau und Raumentwicklung" mit 80 Experten statt.

Krefeld zählt zur Boom-Region nördliches Rheinland. Rund um die Landeshauptstadt suchen viele Menschen in dieser Region eine Wohnung. Oftmals können sie aber nicht gebaut werden, weil es nicht genügend Flächen gibt. Genau dort setzt die NRW-Regionalkonferenz "Wohnungsbau und Raumentwicklung" an, die jetzt in Krefeld in den Räumlichkeiten der Volksbank an der St.-Anton-Straße stattgefunden hat. Rund 80 Vertreter von Stadt- und Gemeindeverwaltungen sowie die Verantwortlichen der Regional- und Landesplanung waren der Einladung des Wohn- und Bauministeriums sowie der Städte Krefeld und Düsseldorf gefolgt, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen. Für Krefeld nahmen neben Oberbürgermeister Frank Meyer auch Baudezernent Martin Linne, Norbert Hudde, Leiter des Fachbereichs Stadtplanung, und sein Mitarbeiter Karl Werner Böttges teil.

"Wir werden kleine, günstige Apartments für Studenten benötigen und angemessene Lebensräume für Flüchtlinge, die hier ihren Neuanfang wagen wollen. Auch Eigenheime für Familien, Wohnungen für Singles und Paare sowie moderne Wohnformen des Zusammenlebens von Generationen sollten auf unserer Agenda stehen. Und ein riesiges Thema ist und bleibt natürlich das barrierefreie Wohnen. Die Fragestellungen, die sich aus dem erhöhten Bedarf an Wohnraum ergeben, sind so komplex, dass wir sie nur gemeinsam als Region beantworten können", umriss Oberbürgermeister Frank Meyer das Ziel. "Die Kommunen sollen wissen, dass das Land NRW alle Anstrengungen einer qualitativ hochwertigen regionalen Siedlungsentwicklung nachhaltig unterstützt", erklärte Michael von der Mühlen, Staatssekretär im Wohn- und Bauministerium. "In vielen Fällen sind hierfür sogar Förderungen möglich. Die Wohnungsnot in einigen Regionen unseres Landes können wir letztlich nur wirksam bekämpfen, wenn Land und Kommunen intensiv zusammenarbeiten. Gerade die Erfahrungen einer schon guten regionalen Abstimmung bei der Bezirksregierung Düsseldorf machen Mut, diesen Weg jetzt zu unterstützen."

Auf dem Wohnungsmarkt in Düsseldorf fehlen jährlich etwa 6000 Wohnungen. Die Landeshauptstadt selbst hat jedoch kaum mobilisierbare Flächen. Sie setzt darauf, das weiträumige Umland zur Ausweisung zusätzlicher Wohnungsbauflächen zu gewinnen: "Wir haben ein vitales Interesse an einer Zusammenarbeit mit der Region", so das Angebot von Ruth Orzessek-Kruppa, Planungsamtsleiterin in Düsseldorf, an die zahlreichen Vertreter der Kommunen im Regierungsbezirk Düsseldorf.

Ähnlich argumentierte Krefelds Planungschef Martin Linne: "Wir müssen die Zukunft der Region gemeinsam gestalten, um im globalen Wettbewerb eine Marke zu setzen." Für die Zusammenarbeit bieten sich auch gemeinsame Verkehrskonzepte an. Hierfür könnten beispielsweise verschiedene Verkehrsträger wie Bahn, Bus, Car-Sharing oder Radstrecken kombiniert werden. Von der Mühlen machte dabei deutlich, dass die Landesregierung die Förderung von Verkehrsentwicklungsmaßnahmen stärker darauf ausrichten wird, wie gut künftige Siedlungsgebiete verkehrlich angebunden sind. Die geplanten Wohnbauflächen im Fischelner Osten seien wegen des schienengebundenen ÖPNV besonders geeignet, den Überschwappeffekt aus Düsseldorf aufzufangen, so Böttges. Nach Angabe der Bezirksregierung Düsseldorf wird die Zahl der Haushalte in Krefeld um 5,2 Prozent bis zum Jahre 2030 zunehmen. In Zahlen bedeutet dies ein Anstieg von aktuell 118.700 auf 124.700.

Was für die Stadt Düsseldorf und ihre Region gilt, trifft auf mindestens sechs weitere Wachstumsregionen in Nordrhein-Westfalen zu. 11.000 Hektar Bauland werden in den kommenden Jahren landesweit für den Bau von 400.000 Wohnungen benötigt. Die stärksten Wachstumsraten weisen die Wohnungsmärkte bis 2020 mit jeweils über acht Prozent in Bielefeld, Köln und Düsseldorf auf. Nordrhein-Westfalen ist demografisch auf Wachstumskurs und steht vor der Herausforderung, bei minimalem Flächenverbrauch eine maximale Anzahl von zusätzlichen Wohnungen zu schaffen. Dies gelingt nur durch ein Umdenken in der regionalen und kommunalen Siedlungspolitik. Diese sollte das Ziel verfolgen, mehr Flächen für den Geschosswohnungsbau im Umland der großen Städte auszuweisen.

(sti)
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