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Krefeld
Blau-Roten Traum wahr gemacht

Krefeld: Blau-Roten Traum wahr gemacht
Christian Ritzenfeld ist Moderator beim Web-Radio "Blau und Rot" des KFC Uerdingen. Er machte mit seinen Radiokollegen den gestrigen Besuch von Lavina Raube beim Spiel des KFC Uerdingen gegen Alemannia Aachen möglich. FOTO: Mark Mocznik
Krefeld. Lavina Raube leidet an einer schweren Lungenerkrankung und muss 16 Stunden täglich mit einem Sauerstoffgerät atmen. Gestern erfüllten die Ehrenamtler des KFC-Webradios ihr einen Traum: noch einmal ein Spiel live zu sehen. Von Oliver Schaulandt

Wenn Lavina Raube den Namen KFC Uerdingen hört, dann fangen ihre Augen an zu leuchten. Sie ist Fußball-Fan aus Leidenschaft, und wenn bei ihr die Farbe ihres Blutes bestimmt werden müsste, dann wäre es vermutlich blau und rot. Die glorreichen Zeiten in den Achtzigern hat sie hautnah miterlebt, fast kein Spiel verpasst. Bis vor etwa vier Jahren. Sie war extrem kurzatmig geworden, selbst einige wenige Schritte zu gehen, brachte sie völlig außer Atem. Die schreckliche Diagnose: Lavinia Raube hat eine schwere Lungenerkrankung. Seither muss sie 16 Stunden am Tag mit Hilfe eines Sauerstoffgerätes atmen. Und an einen Besuch bei ihrem geliebten KFC war nicht mehr zu denken. Bis gestern.

Weil sie die Spiele nicht mehr live im Stadion verfolgen kann, hört sie nun die Partien. Das macht das ehrenamtliche Web-Radio "Blau und Rot" möglich, das seit geraumer Zeit die Spiele des KFC live über das Internet überträgt. "Ich ziehe mir dann immer vor den Spielen ein KFC-Trikot an und fiebere am Computer mit", erzählt Lavina Raube. "Das gehört dazu. Ich bin halt ein Krefelder Mädchen. Schon früher war ich so oft es ging im Stadion. Samstags habe ich bis kurz vor dem Anpfiff noch gearbeitet, dann schnell nach Hause, umziehen und mit dem Taxi ins Stadion. Das geht jetzt leider nicht mehr, aber umso lieber höre ich die Spiele in meinem Webradio."

Daneben schreibt sie auch dem Radio-Team regelmäßig während der Spiele. "Sie ist unsere treueste Hörerin", sagt Christian Ritzenfeld, einer der drei Radiomacher. Ihn hatte ein Freund Raubes kontaktiert und den sehnlichsten Wunsch der Dame mitgeteilt: noch einmal ein Spiel des KFC live in der Grotenburg zu sehen. Ritzenfeld fragte bei den Uerdinger Verantwortlichen nach. Gemeinsam organisierten das Team und die Freunde einen speziellen Rollstuhl, an dem das Sauerstoffgerät zu befestigen ist, und nach einem Spezialkrankentransport war es dann gestern tatsächlich so weit: Lavina Raube durfte die Partie ihres KFC gegen Alemannia Aachen gemeinsam mit einer Freundin verfolgen. Live im Stadion, im Innenraum, in unmittelbarer Nähe zur Bank von Trainer Michael Wiesinger. Und: Ausgestattet mit einem brandneuen Fan-Schal - signiert von der kompletten Mannschaft, als Erinnerung. "Das ist eine ganz tolle Mannschaft, ein super Trainer. Vor allem Tanju Öztürk finde ich toll. Und ich bin mir sicher, dass wir am Ende der Saison aufsteigen werden", sagte sie, während im Hintergrund die Mannschaftsaufstellung des KFC verkündet wurde.

Dann ging die Partie endlich los, vom Rand aus fieberte Lavina Raube mit. Am Ende ging's torlos aus. Dass es nichts mit einem Sieg wurde, ist für die Krefelderin aber Nebensache. Der Besuch alleine zählt. "Ich könnte weinen, so glücklich bin ich", sagt Lavina Raube und fährt mit dem Rollstuhl davon.

Quelle: RP
 
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