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Krefeld
Blinky Palermo, der Stoff und die Farben

Krefeld: Blinky Palermo, der Stoff und die Farben
Blinky Palermos Arbeit "Ohne Titel" von 1969 wurde mit Unterstützung des Landes NRW erworben. Sie besteht aus Stoffbahnen, Baumwolle, mit Nessel hinterlegt und misst 2 x 1,70 Meter. FOTO: KKM/V. Döhne
Krefeld. Joseph Beuys soll ihm den Rat gegeben haben: "Mit dem Namen Heisterkamp kannste nie was werden als Künstler". Der junge Student an der Düsseldorfer Kunstakademie hörte auf seinen berühmten Lehrer und änderte seinen bürgerlichen Namen (Peter Heisterkamp) in Blinky Palermo. Sein Umgang mit Farbe, kombiniert mit unterschiedlichen Materialien, spiegelt seine Idee, neue Standards des Sehens zu kreieren.

Das Stoffbild "Ohne Titel"aus dem Jahr 1969 zeigt Palermos gezielten Einsatz von Form und Farbe: Das obere schwarze Feld hat Schwere, das Grün darunter offenbart besser die Struktur der Baumwoll-Stoffbahnen. Der braune Streifen, etwas schmaler gehalten und leichter wirkend als das sämtliches Licht absorbierende Schwarz, schließt das Bild ab und gibt Halt. Farbe und Material verbinden sich zu individuellen Flächen. Palermo findet seine Form zwischen Bild und Objekt.

Blinky Palermo wurde 1943 in Leipzig geboren - als Peter Schwarze. Ein Jahr später wurden er und sein Zwillingsbruder adoptiert. Aufgewachsen ist er in Münster, absolvierte dort auch die Werkkunstschule, bis er 1962 an die Düsseldorfer Kunstakademie wechselte. Seine Lehrer waren Bruno Goll und Joseph Beuys, dessen Meisterschüler er 1966 wurde. Nach dem Studium arbeitete er zunächst als Barkeeper im Düsseldorfer Szenelokal "Creamcheese". Johann Cladders holte ihn 1969 nach Mönchengladbach.

Palermo war eng befreundet mit seinen Künstlerkollegen Sigmar Polke, Gerhard Richter und Imi Knoebel, teilte mit ihnen die Ateliers und reiste mit ihnen. Als Künstler war er umstritten. Berühmt wurde er nicht zuletzt durch seinen frühen ungeklärten Tod 1977 während eines Urlaubs auf der Malediveninsel Kurumba. Er hat ein Ehrengrab auf dem Zentralfriedhof Münster.

Bis zur Eröffnung des KWM am Samstag stellen wir jeden Tag ein Werk der Sammlung vor. ped

Quelle: RP
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