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Krefeld
Bockum feiert sein junges Königshaus

Krefeld: Bockum feiert sein junges Königshaus
Gestern beim prächtigen Festumzug: Seine Majestät Gregor I (l.) mit Königin Rebecca I. Rechts in der Kutsche sitzt Karl Müller, ehemaliger König von Bockum als Begleiter des Königspaares. FOTO: Lothar Strücken
Krefeld. Von Dieter Ermanns, dem Vorsitzenden des Bockumer Schützenvereins, auf dem Festakt zu Beginn des Bockumer Schützenfestes im Zeughaus der Prinzengarde zu einem spontanen Grußwort bewegt, lobte Bürgermeisterin Karin Meincke (CDU) mit Blick auf den diesjährigen verjüngten Königshof: "In Bockum ist das größte Potenzial für eine junge Monarchie in Europa vorhanden. Ohne die Schützen würde das Krefelder Sozialwesen nicht so gut funktionieren, und ich freue mich, dass sich so junger Nachwuchs bei den Schützen einstellt." Von Otmar Sprothen

Der Seufzer der Erleichterung, dass vierhundertjähriges Brauchtum von jungen Leuten neu interpretiert wird, zog sich durch die Grußworte der Schützenvereine von Verberg, Traar, Fischeln, Krefeld-Ost, Oppum, Untergath, Linn und dem Ersten Krefelder Amazonenkorps.

Das Bockumer Königshaus beim Festakt am Samstag im Zeughaus. FOTO: Nein

Neben dem Krefelder Prinzenpaar gratulierte, von Ermanns als "Allrounder" vorgestellt, CDU-Ratsherr Michael Zecha, der es sich nicht verkneifen konnte, auf die drückende Übermacht von Bockumer CDU-Politikern im Saale hinzuweisen. Sein vorlauter Hinweis verwickelte ihn mit dem ebenfalls anwesenden SPD-Politiker Uli Hahnen in ein munteres Wortgeplänkel.

Gastgeber Werner Küsters von der Krefelder Prinzengarde zeigte bei seinen Glückwünschen, dass er auch außerhalb der tollen Tage mit wenigen frech hervorgebrachten Sprüchen einen Saal dirigieren kann.

Ganz entspannt: Die Artillerie mit Kanonenwegen. FOTO: Nein

König Gregor I (Grosche) begann seine Rede mit einer öffentlichen Liebeserklärung an Königin Rebecca I, die er erst drei Wochen zuvor geheiratet hatte. Der 36-Jährige gehört wie der Linner König Erol I zu den jüngsten Schützenkönigen Krefelds. Seine Minister Sebastian Stachelhaus, Nils Wierczimok, Dr. Stefan Galke und Alexander Henes sind nicht älter. Gemeinsam hat man 2011 die k.u.k. Trabanten Leibgarde gegründet, die mittlerweile 25 Mitglieder zählt.

Jugend für sich genommen sei noch kein Wert, sagte der Bockumer Schützenkönig. Es komme vielmehr darauf an, Werte und Traditionen der Schützen ernst zu nehmen, so dass alle Altersklassen sich darin wiederfänden. Mit der Gründung der k.u.k. Trabanten habe man eine neue historische Formation entwickelt, die es leichter mache, den ständigen Wandel der Gesellschaft in einen traditionellen Bereich zu integrieren. Fest zu dem Schützenbrauchtum und der Gemeinschaft der Schützen zu stehen, aber auch mit neuen Zielen und Haltungen bei den Bürgern Vorurteile abzubauen, auf die das Schützenwesen manchmal stößt, hat sich Bockums Schützenkönig zum Ziel seiner Regentschaft gesetzt. Das Königspaar hatte darum gebeten, auf Blumengeschenke zu verzichten und statt dessen für das Frauenhaus des SkF und den Verein "Die Wiege" zu spenden, der sich um Menschen in schwierigen sozialen Notlagen kümmert. Sozial offen für den Dienst am Bürger und mit neuen Veranstaltungsformen wollen sich die Schützen dem Bürger präsentieren.

Roter Husar mit Blumen. FOTO: Nein

Der Festakt war der Auftakt zu einer Reihe von Feierlichkeiten. Gestern zogen die Schützen zum "Großen Festumzug" durch Bockum - vor der Gertrudiskirche gab es eine Pferdeparade, eine Musik- und Blumenshow, bevor es am Abend ins Zelt ging. Heute geht es um 12 Uhr mit dem Familienfest weiter.

Quelle: RP
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