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Krefeld
Bockumer ist Jahresbest-Meister Elektrotechnik

Krefeld. Über die Bezeichnung "Jungmeister" muss Werner Roesner, der in Bockum lebt, mit 48 Jahren ältester Jahresbester des Jahrgangs 2015, natürlich schmunzeln - aber nach über 30 Jahren im Beruf diese Auszeichnung zu erhalten, macht ihn auch ein bisschen stolz.

"Die höchste Form" der Qualifizierung im Handwerk - und das sei für ihn der Meistertitel - zu erwerben, sei immer sein Bestreben gewesen, erklärt Werner Roesner, bei dem zwischen Ausbildung und dem Beginn der Meisterfortbildung knappe 25 Jahre lagen. 1987, als er seine Ausbildung beendete, musste man übrigens noch fünf Jahre Berufserfahrung nachweisen, um in der Meisterschule aufgenommen zu werden. "Doch im Leben kommt es meistens anders als man denkt. Heirat, Hausbau und Kinder haben diesen Traum in weite Ferne rücken lassen, und ich habe ihn dann auch aus dem Auge verloren", so Roesner. Erst ein Auszubildender im Betrieb hat ihn wieder an dieses Vorhaben erinnert. Man kam ins Gespräch, Roesner beschloss, sich bei der Handwerkskammer zu informieren - und daraus wurde gleich die Anmeldung. "Und nun konnte ich meinen Traum wahr werden lassen." Wie man sieht, ist es dazu nie zu spät. Von 2011 bis 2015 besuchte der Elektrotechniker den Meisterkurs in der Abendschule. Und wie für viele, die dieses anspruchsvolle Pensum auf sich nehmen und den Abschluss schaffen, gilt auch für ihn: Ohne die Unterstützung der ganzen Familie, seiner Frau und seiner Kinder, hätte es nicht funktioniert. Wenn jemand auch nach so vielen Jahren noch in seinem Beruf aufgeht, lässt sich das wohl nicht in einem Satz begründen. Viele Dinge greifen ineinander: zum einen der Umgang mit Menschen. Problemlösungen anzubieten. Oder auch technisches Verständnis zu vermitteln. Am meisten liebt der Elektrotechniker an seinem Handwerk: Dass man sich stets und umfassend weiterbilden muss. Diesem Grundsatz scheint Roesner, der nach dem Besuch der Realschule in Süchteln seine Gesellenzeit zwischen 1983 und 1987 in einem kleinen Handwerksbetrieb (Elektro Paschmanns) in Dülken absolvierte, treu geblieben zu sein. Bei der Gesellenprüfung reichte es immerhin schon zu Platz fünf im Ranking. Für die Meisterprüfung plante und kalkulierte Roesner eine Werkstatt mit einem Wohnhaus. Als Arbeitsprobe war die Steuerung für ein Brandschutztor zu erstellen und zu dokumentieren, weitere Aufgaben bestanden in der Erweiterung einer Einbruchmeldeanlage sowie einer Telekommunikationsanlage und einer speicherprogrammierbaren Steuerung. Neben seiner Erfahrung, die ihm vor allem bei der praktischen Umsetzung der Situationsaufgaben zu Gute kam, bewertete Roesner auch die Wissensvermittlung in der Meisterschule als wichtig, fachlich gut und vielfältig. Ein Vorschlag, der gerade in einem Handwerk, das einem so schnellen technologischen Wandel unterliegt, überrascht: Auch oder gerade in Zeiten von Digitalisierung und E-Learning hält der Elektrotechniker eine Bibliothek für sinnvoll - um das erlernte Wissen vertiefen und Vorschriften genauer nachlesen zu können. Zurzeit ist Werner Roesner bei dem Viersener Unternehmen Elektro Thomas Mainz als angestellter Meister tätig. Er kann sich vorstellen, auch selbst als Prüfer im Elektro-Bereich aktiv zu werden, Selbstständigkeit ist eine weitere Option, die er sich offen hält.

Quelle: RP
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