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Krefeld
Bombendrohung gegen den Zoo - Aushilfsmitarbeiter freigesprochen

Krefeld: Bombendrohung gegen den Zoo - Aushilfsmitarbeiter freigesprochen
Kassenhaus mit Zooshop - hier meldete sich im Oktober 2013 ein Mann mit einer Bombendrohung. FOTO: T. L.
Krefeld. Ein ehemaliger Mitarbeiter des Krefelder Zoos hat sich gestern wegen versuchter Erpressung vor dem Schöffengericht verantworten müssen. Grund war eine Bombendrohung, die im Oktober 2013 beim Zoo einging. Der 44-Jährige wurde freigesprochen.

"Hören sie jetzt bitte gut zu!", forderte ein Anrufer am 27. Oktober 2013 die Kassiererin am Telefon auf. Er habe Brandbomben versteckt und fordere 100 000 Euro, sagte der Unbekannte. Das solle sie ernst nehmen. Die 60-Jährige informierte umgehend die Tierärztin, die an dem Sonntag Notdienst hatte. Kurz darauf wurde das Gelände abgesperrt und der Zoo geschlossen.

Die Überprüfung ergab, dass zur Zeit des Erpresseranrufs die Han-dynummer des Angeklagten auftauchte. Der war im Oktober 2013 als Aushilfe im Zoo beschäftigt, wie er gestern angab. Zunächst ließ der Krefelder seinen Anwalt für sich sprechen. Die Erklärung, die dieser abgab, überraschte wohl alle Beteiligten. Sein Mandant sei im Herbst 2013 im Zoo beschäftigt gewesen, habe aber an dem besagten Tag frei gehabt. Weil er als Mitarbeiter auf freien Eintritt hoffte, habe er an der Kasse angerufen, um sich mit seinem damaligen Vorgesetzten verbinden zu lassen. So erkläre sich, dass er als Anrufer registriert wurde. Mit einer Geldforderung habe das nichts zu tun.

Der Angeklagte, der seinen Beruf als beurlaubter Zeitsoldat angibt, verfolgte die Verhandlung aufmerksam und antwortete mit ruhiger Stimme auf Nachfragen des Richters. Es sei richtig, was sein Anwalt vortrage, bestätigte er. Darüber hinaus gab er an, seinen Vorgesetzten am Tattag doch noch auf dessen Handy erreicht und mit ihm gesprochen zu haben. Da habe der Mann ihm schon gesagt, dass ohnehin wegen Unwetterwarnung geschlossen werde und die Polizei vor Ort sei. Weil der 44-Jährige bisher keine Angaben gemacht hatte, hatte das Gericht das nicht nachprüfen können. Ausschlaggebend war allerdings nicht die plötzliche Einlassung des Angeklagten, sondern die prompte Reaktion der Kassiererin, als der Angeklagte sprach: Das sei nicht die Stimme des Anrufers, sagte sie. Der Angeklagte habe eine auffällige Aussprache des S-Lautes, die am Telefon nicht zu hören gewesen sei.

"Ein Tatnachweis ist nicht zu führen", folgerte der Staatsanwalt und beantragte einen Freispruch. Dem folgte das Gericht. "Wir haben eine durchaus ernst zu nehmende Tat gehabt", führte der Richter in der Urteilsbegründung aus. Das Verfahren hätte der Angeklagte sich wohl ersparen können, allerdings habe er sich von Anfang an "nicht sonderlich kooperativ" gezeigt. Hätte er im Vorfeld Angaben gemacht, hätte man vieles schon eher überprüfen können. Das gestrige Urteil ist bereits rechtskräftig.

(BL)
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