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Serie Besondere Kleingärten
Buchsbäume als Korb, Kleeblatt oder Teddybär

Serie Besondere Kleingärten: Buchsbäume als Korb, Kleeblatt oder Teddybär
Beschnittene Buchs- und Koniferen, wohin das Auge reicht: Vorn zwei traditionelle Formen als Rechteck und Kugel, links dahinter ein großer Korb; weiter rechts erinnern die Baumfiguren an gefüllte Vasen. FOTO: Thomas Lammertz
Krefeld. Ursula Holona züchtet im Kleingarten unter anderem Buchs und gestaltet aus den Bäumchen fantasievolle Figuren. Von Jochen Lenzen

Bockum Zuerst fällt die Reihe mit den üppigen, zartfarbenen Phlox und dann die in voller Blütenpracht stehenden Hortensien auf, bevor man auf die Spezialität des Kleingärtnerehepaars Ursula und Bruno Holona aufmerksam wird: Buchsbäume und Koniferen, die sie in verschiedene Formen und Figuren beschnitten haben. Aus den zwei Dutzend derart gestalteten Grüngewächsen ragen in der Parzelle des Gartenbauvereins Bockum 1920 zwei große gefüllte Vasen, ein nicht minder großer Korb, ein mittelgroßes Kleeblatt sowie ein Herz und ein Teddybär heraus.

So sah der Garten natürlich noch nicht aus, als die Holonas, die 1980 aus Oberschlesien nach Krefeld kamen, ihn vor 24 Jahren angepachtet hatten. "Wir haben erst einmal 13 alte Bäume ausgegraben und weggeschafft", sagen die heute 84 und 86 Jahre alten Eheleute. Dann haben sie drei Apfel- und je zwei Pflaumen- und Sauerkirschbäume gepflanzt, die heute angenehmen Schatten spenden. Daneben zieht Ursula Holona ihre Buchsbäume. "Ich schneide einen kleinen geeigneten Zweig aus einem älteren Bäumchen, stecke ihn in die Erde und gieße den Steckling immer wieder, damit er Wurzeln bildet", erklärt die bemerkenswert fitte 86-Jährige. Wenn die Bäumchen stark genug sind, greift sie zuerst zur Hecken- und dann zu einer kleineren Spezialschere, um sie nach ihrer Fantasie völlig freihändig zu gestalten.

Einen Buchsbaum hat Ursula Holona zu einem Teddybär geformt. FOTO: Lammertz Thomas

In der oben beschriebenen Art und Weise züchtet Ursula Holona, die übrigens alle Waldpilze kennt und sammelt, auch Hortensien, sobald sich an den Altpflanzen im Frühjahr die ersten Blätter bemerkbar machen. Die kleinen Tricks, mit denen sie darüber hinaus auch noch Duftrosen züchtet, möchte sie für sich behalten. "Nur soviel", sagt die Frau mit dem Grünen Daumen, die von Kindheit an mit der Natur vertraut ist, lächelnd: "Man muss mit den Pflanzen sprechen und manchmal auch schimpfen. Dann bemühen sie sich fast immer erfolgreich."

Neben den gestalteten Koniferen und Buchsbäumchen gibt es noch eine weitere kleine Besonderheit aus dem Garten: Viele der geernteten Äpfel werden geschält, in ganz dünne Scheiben geschnitten und im Gewächshauschen getrocknet. "Wenn die Sonne scheint, sind die Äpfel dann in vier, fünf Tagen als leckere süße Snacks haltbar gemacht", sagt Bruno Holona, mit dem sich seine Frau, gelernte Kindergärtnerin, unter ihrer dezenten Regie die Gartenarbeit teilt. "Für Rentner gibt es nichts Besseres, als sich in der frischen Luft im Garten zu betätigen", sagt der 84-jährige gelernte Bergbauingenieur und Buchhalter. "Wir freuen uns immer auf das leckere Obst, wenn wir in den Garten kommen." Was nicht direkt verzehrt wird, verarbeitet die Kleingärtnerin zu Saft, Gelee oder Marmelade aus Johannis-, Stachel-, Brom- oder Himbeeren. Zucchini, Rote Bete und Gurken weckt sie für den Winter süß-sauer ein.

Hortensien gehören zu den Lieblingen von Ursula und Bruno Holona. FOTO: Lammertz Thomas

Gekocht wird übrigens jeden Mittag - auch auf dem Zweiplatten-Elektroherd in der Laube. Aus den angebauten Gemüsen wie Mangold, Sellerie, Tomaten, Zwiebeln, Meerrettich oder Radieschen werden leckere Gerichte, gewürzt mit Kräutern aus dem Garten: Petersilie, Salbei, Schnitt- und Bärlauch, manchmal auch mit Minze und Melisse. Tausendsassa Ursula Holona hat in ihrem zweiten Beruf nämlich als Köchin gearbeitet und früher sogar für ganze Gesellschaften gekocht.

Quelle: RP
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